ARMUTDEUTSCHLAND
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Themenübersicht

Arbeit und Einkommen

Arbeit schützt vor Armut — aber nicht immer. Rund 9,6 Prozent der Erwerbstätigen sind trotz Beschäftigung armutsgefährdet. Löhne, Verteilung, Mindestlohn, Gender Pay Gap, Migration und Arbeitsmarkt — alle Artikel im Überblick.

9,6 %

Erwerbstätigenarmutsquote 2023 — Working Poor in Deutschland

21 %

der Beschäftigten im Niedriglohnbereich (unter 2/3 des Medianlohns)

12,82 €

Mindestlohn ab 2025 — für ca. 7 Mio. Beschäftigte verbindlich

18 %

Gender Pay Gap — Frauen verdienen brutto 18 % weniger als Männer

850.000

Langzeitarbeitslose 2023 — über 12 Monate ohne Beschäftigung

Sozialleistungen bei und trotz Arbeit

Wohngeld, Bürgergeld, Mindestsicherung — der Staat als Lückenbüßer

Geschlecht, Sorgearbeit und Verdienst

Gender Pay Gap, Teilzeit und die unsichtbare Arbeit

Häufige Fragen

Was ist Erwerbsarmut?

Als erwerbsarm gilt, wer trotz Erwerbstätigkeit ein Haushaltseinkommen unterhalb der Armutsgefährdungsschwelle hat — also weniger als 60 % des medianen Nettoeinkommens. In Deutschland betrifft das rund 9,6 % der Erwerbstätigen. Ursachen sind häufig Niedriglohn, unfreiwillige Teilzeit, Mini-Jobs oder alleinstehende Haushalte mit nur einem Einkommen.

Wer ist im Niedriglohnsektor beschäftigt?

Rund 21 % der Beschäftigten in Deutschland verdienen weniger als zwei Drittel des Medianlohns — das ist die Niedriglohnschwelle. Überrepräsentiert sind Frauen, Menschen ohne Berufsabschluss, Beschäftigte in Teilzeit sowie Menschen mit Migrationshintergrund.

Schützt der Mindestlohn vor Armut?

Der Mindestlohn von 12,82 Euro (2025) schützt bei Vollzeitarbeit vor der Armutsgrenze — aber nur knapp. Bei Teilzeit, Minijob oder Einpersonenhaushalt mit hohen Mietkosten kann auch Mindestlohn-Beschäftigung in Armutsgefährdung münden. Ergänzend bleibt oft Wohngeld oder Bürgergeld notwendig.

Wie groß ist der Gender Pay Gap in Deutschland?

Der unbereinigte Gender Pay Gap beträgt rund 18 % — Frauen verdienen im Durchschnitt 18 % weniger brutto pro Stunde als Männer. Ein großer Teil erklärt sich durch Berufs- und Teilzeitwahl, die selbst strukturell bedingt sind: Frauen übernehmen mehr Sorgearbeit, arbeiten häufiger in schlechter bezahlten Branchen und unterbrechen Erwerbsbiografien häufiger.

Was versteht man unter sozialer Mobilität?

Soziale Mobilität beschreibt die Wahrscheinlichkeit, dass Kinder einen anderen Einkommens- oder Sozialstatus erreichen als ihre Eltern. Deutschland liegt im internationalen Vergleich im Mittelfeld — aber weit entfernt von Chancengleichheit. Bildungsherkunft, Wohnort und familiäre Ressourcen bestimmen Lebenschancen stärker als in vielen anderen OECD-Ländern.