Grundlagen
Was ist Armut?
Armut in Deutschland ist messbar, weitverbreitet — und für Millionen Menschen gelebte Realität. Eine Einführung in Begriff, Messung und Ausmaß.
16,6 %
Armutsgefährdungsquote
14 Mio.
Menschen betroffen
1.314 €
Armutsschwelle/Monat
60 %
des Medianeinkommens
Wenn von Armut in Deutschland die Rede ist, geht es nicht um Hunger oder fehlende Grundversorgung im absoluten Sinn. Es geht um relative Armut: den Ausschluss von dem, was in einer Gesellschaft als normales Leben gilt. Wer in Deutschland armutsgefährdet ist, hat zu wenig Geld, um am sozialen, kulturellen und wirtschaftlichen Leben gleichberechtigt teilzuhaben.
Die offizielle Messgröße ist die Armutsgefährdungsquote. Sie beschreibt den Anteil der Menschen, deren verfügbares Einkommen unter 60 Prozent des mittleren Nettoeinkommens — des Medians — der Bevölkerung liegt. Im Jahr 2024 bedeutete das: Eine Einzelperson gilt als armutsgefährdet, wenn ihr weniger als 1.314 Euro im Monat zur Verfügung stehen. Für eine Familie mit zwei Kindern liegt die Schwelle entsprechend höher.
Relative und absolute Armut sind zwei verschiedene Konzepte. Absolute Armut bezeichnet einen Zustand, in dem Menschen nicht genug haben, um zu überleben — kein Essen, keine Unterkunft, keine medizinische Versorgung. Relative Armut hingegen misst den Abstand zur Mitte der Gesellschaft. In einem reichen Land wie Deutschland ist relative Armut das relevantere Konzept, denn sie beschreibt soziale Ausgrenzung — auch wenn die Grundbedürfnisse formal gedeckt sind.
Primärquelle
Sozialbericht 2024 der Bundesregierung — der umfassendste amtliche Bericht zur sozialen Lage in Deutschland, herausgegeben vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS). Alle Statistiken und Armutsdaten auf dieser Seite beziehen sich, sofern nicht anders angegeben, auf diesen Bericht.
Weitere Quellen: Statistisches Bundesamt, Mikrozensus 2023; BMAS Sozialbericht 2024; Paritätischer Gesamtverband, Armutsbericht 2023
Stand: 2025