Arbeit & Armut
Arbeit schützt nicht vor Armut
Millionen Menschen in Deutschland gehen arbeiten — und reichen trotzdem kaum über die Runden. Das Phänomen der Working Poor ist in Deutschland weit verbreitet.
8 %
der Erwerbstätigen armutsgefährdet
20 %
Niedriglohnquote
~3,5 Mio.
Working Poor
EU-Vergleich
überdurchschnittlich hoch
Lange galt Arbeit in Deutschland als verlässlicher Schutz vor Armut. Diese Gewissheit gilt nicht mehr für alle. Rund 3,5 Millionen Erwerbstätige sind trotz Beschäftigung armutsgefährdet — Menschen, die morgens zur Arbeit gehen und abends trotzdem nicht wissen, wie die Miete bezahlt werden soll.
Die Ursachen sind strukturell: Minijobs, die ursprünglich als Zuverdienst konzipiert wurden, sind für viele zur einzigen Einkommensquelle geworden. Befristete Verträge und Leiharbeit drücken Löhne. In Branchen wie Gebäudereinigung, Gastronomie, Pflege und Einzelhandel ist Niedriglohn trotz fachlicher Qualifikation die Norm. Wer dazu in einer deutschen Großstadt wohnt, zahlt oft mehr als 40 Prozent des Einkommens für die Miete — und hat danach kaum noch Spielraum.
Primärquelle
Sozialbericht 2024 der Bundesregierung — der umfassendste amtliche Bericht zur sozialen Lage in Deutschland, herausgegeben vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS). Alle Statistiken und Armutsdaten auf dieser Seite beziehen sich, sofern nicht anders angegeben, auf diesen Bericht.
Weitere Quellen: Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), 2023; Statistisches Bundesamt, Verdienststrukturerhebung 2022; BMAS Sozialbericht 2024
Stand: 2025