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Wohnen & Obdachlosigkeit

Anzahl Obdachlose in Deutschland: Aktuelle Zahlen

Anfang 2024 waren in Deutschland rund 531.600 Menschen wohnungslos, davon 47.300 ohne jede Unterkunft. Die Seite erklärt, wie sich diese Zahlen zusammensetzen und wer betroffen ist.

20 Min. Lesezeit4 Quellen

531.600

So viele Menschen waren Anfang 2024 in Deutschland wohnungslos. Die Zahl umfasst untergebrachte, verdeckt wohnungslose und Menschen ohne jede Unterkunft.

47.300

Menschen lebten Anfang 2024 ganz ohne Unterkunft, also auf der Straße, in Parks oder Notschlafstellen im Freien. Sie gelten im engeren Sinn als obdachlos.

60.400

Menschen waren verdeckt wohnungslos. Sie kamen ohne eigenen Mietvertrag vorübergehend bei Bekannten, Freunden oder Angehörigen unter.

14 %

So gering ist der Anteil der untergebrachten wohnungslosen Personen mit deutscher Staatsangehörigkeit. Darunter befinden sich 136.900 Ukrainerinnen und Ukrainer in Geflüchtetenunterkünften.

0,1 %

Anteil der obdachlosen und verdeckt wohnungslosen Menschen an der Gesamtbevölkerung auf Bundesebene. In Berlin liegt der Anteil mit 0,2 Prozent doppelt so hoch.

531.600

So viele Menschen waren Anfang 2024 in Deutschland wohnungslos. Die Zahl umfasst untergebrachte, verdeckt wohnungslose und Menschen ohne jede Unterkunft.

47.300

Menschen lebten Anfang 2024 ganz ohne Unterkunft, also auf der Straße, in Parks oder Notschlafstellen im Freien. Sie gelten im engeren Sinn als obdachlos.

60.400

Menschen waren verdeckt wohnungslos. Sie kamen ohne eigenen Mietvertrag vorübergehend bei Bekannten, Freunden oder Angehörigen unter.

2/3

Knapp zwei Drittel aller wohnungslosen Personen sind männlich. Frauen sind überproportional häufig verdeckt wohnungslos und damit in Statistiken seltener sichtbar.

0,2 %

So hoch ist der Anteil obdachloser und verdeckt wohnungsloser Menschen an der Bevölkerung Berlins — doppelt so hoch wie der Bundesdurchschnitt von 0,1 Prozent.

531.600

So viele Menschen waren Anfang 2024 in Deutschland wohnungslos — untergebracht, verdeckt wohnungslos und ohne jede Unterkunft zusammen.

47.300

Menschen lebten Anfang 2024 ganz ohne Unterkunft, also auf der Straße, in Parks oder Notschlafstellen im Freien.

60.400

Menschen waren verdeckt wohnungslos und kamen ohne eigenen Mietvertrag vorübergehend bei Bekannten oder Angehörigen unter.

39.375

So viele untergebrachte wohnungslose Menschen zählte Berlin — deutlich mehr als der Bundesdurchschnitt im Verhältnis zur Einwohnerzahl nahelegt.

0,2 %

Anteil obdachloser oder verdeckt wohnungsloser Menschen an der Berliner Bevölkerung — doppelt so hoch wie der Bundeswert von 0,1 Prozent.

531.600

So viele Menschen waren laut Wohnungslosenbericht 2024 der Bundesregierung Anfang 2024 in Deutschland wohnungslos — untergebracht, verdeckt wohnungslos oder ohne jede Unterkunft zusammengenommen.

439.500

Zum Stichtag 31. Januar 2024 waren rund 439.500 Personen wegen Wohnungslosigkeit in Notunterkünften, Wohnheimen oder Gemeinschaftsunterkünften untergebracht.

47.300

So viele Menschen lebten Anfang 2024 ohne jede Unterkunft auf der Straße — sie sind gemeint, wenn im Alltag von Obdachlosen die Rede ist.

31 %

Geflüchtete Ukrainerinnen und Ukrainer bildeten mit rund 136.900 Personen etwa ein Drittel aller untergebrachten Wohnungslosen zum 31. Januar 2024.

0,2 %

In Berlin waren 2024 rund 8.396 Menschen obdachlos oder verdeckt wohnungslos — ihr Bevölkerungsanteil ist mit 0,2 Prozent doppelt so hoch wie der Bundesdurchschnitt von 0,1 Prozent.

531.600

Wohnungslose Menschen insgesamt in Deutschland Anfang 2024 — Summe aus untergebrachten, verdeckt wohnungslosen und obdachlosen Personen.

439.500

Amtlich erfasste untergebrachte wohnungslose Personen zum Stichtag 31. Januar 2024.

31 %

Anteil geflüchteter Ukrainerinnen und Ukrainer an den untergebrachten Wohnungslosen — mit rund 136.900 Personen die größte Einzelgruppe.

2/3

Anteil männlicher Personen an allen wohnungslosen Menschen; Frauen sind überproportional häufig verdeckt wohnungslos.

2020

Jahr der Einführung des Wohnungslosenberichterstattungsgesetzes — Grundlage der ersten bundesweiten amtlichen Erhebung.

Wie viele Obdachlose gibt es aktuell in Deutschland?

Kurzantwort: Anfang 2024 waren rund 531.600 Menschen in Deutschland wohnungslos. 47.300 von ihnen lebten ohne jede Unterkunft und gelten damit als obdachlos im engeren Sinn.

Die aktuell belastbarste bundesweite Zahl stammt aus dem Wohnungslosenbericht 2024 der Bundesregierung. Er weist für Anfang 2024 rund 531.600 wohnungslose Menschen in Deutschland aus. Diese Gesamtzahl setzt sich aus drei Gruppen zusammen:

  • 439.500 untergebrachte wohnungslose Personen — sie leben in Notunterkünften, Wohnheimen, Gemeinschaftsunterkünften oder Geflüchtetenunterkünften, ohne eigenen Mietvertrag.
  • 60.400 verdeckt wohnungslose Personen — sie kommen vorübergehend bei Freunden, Bekannten oder Angehörigen unter, ohne Anspruch auf eine eigene Wohnung.
  • 47.300 Personen ohne jede Unterkunft — sie schlafen auf der Straße, in Parks, Treppenhäusern, Autos oder Zelten. Diese Gruppe ist gemeint, wenn im Alltag von Obdachlosen gesprochen wird.

Woher kommen die Zahlen?

Grundlage ist das Wohnungslosenberichterstattungsgesetz. Es verpflichtet zu einer regelmäßigen bundesweiten Erhebung. Die Zahl der untergebrachten Personen wird über die Meldungen der Kommunen und Einrichtungen erfasst und vom Statistischen Bundesamt zusammengeführt.

Menschen ohne Unterkunft und verdeckt Wohnungslose erscheinen in keiner Meldestatistik. Für sie wird eine gesonderte Erhebung durchgeführt: Zwischen dem 1. und 7. Februar 2024 wurden 2.250 zufällig ausgewählte nicht institutionell untergebrachte wohnungslose Menschen in 200 deutschen Städten und Gemeinden befragt. Aus dieser Stichprobe wird das Dunkelfeld geschätzt.

Wie genau sind die Angaben?

Die Zahl der untergebrachten Personen ist gut dokumentiert, weil sie auf Verwaltungsdaten beruht. Die 47.300 Menschen ohne Unterkunft und die 60.400 verdeckt Wohnungslosen sind Schätzwerte aus einer Stichprobe und daher mit Unsicherheit verbunden. Aktuellere bundesweite Gesamtzahlen als der Stichtag Anfang 2024 liegen derzeit nicht vor. Wer mit diesen Zahlen arbeitet, sollte den Erhebungszeitpunkt immer mitnennen.

Wer ist betroffen: Geschlecht, Alter und Staatsangehörigkeit

Kurzantwort: Knapp zwei Drittel aller wohnungslosen Personen sind männlich. Nur 14 Prozent der untergebrachten Wohnungslosen haben die deutsche Staatsangehörigkeit.

Geschlecht

Knapp zwei Drittel aller wohnungslosen Personen sind männlich. Frauen sind in der Statistik seltener sichtbar, weil sie überproportional häufig verdeckt wohnungslos sind: Sie kommen bei Bekannten, Freunden oder Angehörigen unter, statt Notunterkünfte oder den öffentlichen Raum zu nutzen. Diese Form der Wohnungslosigkeit fällt in Meldestatistiken nicht auf.

Alter

Das Durchschnittsalter der 2023 untergebrachten wohnungslosen Personen lag bei 31 Jahren, ein Jahr niedriger als 2022 (32 Jahre). Der Wert ist niedriger, als viele erwarten. Ein Grund: In den untergebrachten Gruppen befinden sich auch Familien mit Kindern und junge Erwachsene.

Staatsangehörigkeit

Bei den untergebrachten wohnungslosen Personen besitzen lediglich 14 Prozent die deutsche Staatsangehörigkeit. Darunter sind 136.900 Ukrainerinnen und Ukrainer, die in Geflüchtetenunterkünften leben. Das erklärt einen erheblichen Teil der hohen Gesamtzahl bei den untergebrachten Personen: Wer in einer Geflüchtetenunterkunft lebt und keinen eigenen Mietvertrag hat, zählt nach der Definition als wohnungslos.

Für die Einordnung ist das wichtig: Die 531.600 beschreiben nicht 531.600 Menschen auf der Straße, sondern alle Menschen ohne eigene Wohnung — mit sehr unterschiedlichen Lebenslagen.

Regionale Unterschiede: Berlin, Bremen und der Bundesvergleich

Kurzantwort: Berlin liegt mit 0,2 Prozent obdachlosen und verdeckt wohnungslosen Menschen doppelt so hoch wie der Bundesdurchschnitt von 0,1 Prozent. Bremen verzeichnet mit 48 Prozent den höchsten Frauenanteil.

Wohnungslosigkeit verteilt sich nicht gleichmäßig über Deutschland. Sie konzentriert sich in großen Städten, weil dort Wohnraum knapper und teurer ist und weil Hilfsangebote, Notunterkünfte und Beratungsstellen dort vorhanden sind.

Bundesebene und Berlin im Vergleich

KennzahlBundesebeneBerlin
Anteil obdachloser und verdeckt wohnungsloser Personen an der Bevölkerung0,1 %0,2 %
Untergebrachte wohnungslose Menschen439.50039.375
Obdachlose oder verdeckt wohnungslose Menschen107.700 (47.300 + 60.400)8.396 (2024)

In Berlin lebten 39.375 untergebrachte wohnungslose Menschen. Zusätzlich waren 2024 dort 8.396 Menschen obdachlos oder verdeckt wohnungslos. Der Bevölkerungsanteil ist damit doppelt so hoch wie im Bundesdurchschnitt.

Bremen: höchster Frauenanteil

Bei der Zusammensetzung zeigen sich ebenfalls deutliche Unterschiede zwischen den Ländern. Den höchsten Anteil an wohnungslosen Frauen verzeichnet Bremen mit 48 Prozent — also nahezu die Hälfte. Bundesweit sind knapp zwei Drittel der Betroffenen männlich.

Eine vollständige Rangfolge aller sechzehn Bundesländer nach Zahl der Obdachlosen lässt sich aus den vorliegenden Auswertungen nicht ableiten. Absolute Zahlen und Bevölkerungsanteile führen außerdem zu unterschiedlichen Ergebnissen: Ein bevölkerungsreiches Land hat mehr Betroffene in absoluten Zahlen, ohne dass der Anteil höher sein muss.

Warum steigt die Zahl der Obdachlosen?

Kurzantwort: Die Zahl wohnungsloser Menschen in Deutschland steigt stetig an. Bei rund 60 Prozent der Betroffenen steht am Anfang der Wohnungslosigkeit ein Wohnungsverlust in Deutschland.

Die Zahl wohnungsloser Menschen in Deutschland nimmt stetig zu. Über die Ursachen gibt der Wohnungslosenbericht 2024 einen wichtigen Hinweis: Bei der Mehrheit der Betroffenen war nicht die Zuwanderung, sondern der Verlust einer bestehenden Wohnung der Auslöser.

  • 59 Prozent der Wohnungslosen ohne Unterkunft wurden nach einem Wohnungsverlust in Deutschland wohnungslos.
  • 60 Prozent der verdeckt Wohnungslosen ebenfalls.

Wohnungsverlust bedeutet in der Praxis meist: Kündigung, Zwangsräumung, Trennung vom Partner oder der Partnerin, Auszug aus einer Einrichtung ohne Anschlusswohnung. Wer einmal keinen Mietvertrag mehr hat, findet auf angespannten Wohnungsmärkten schwer zurück — besonders mit Mietschulden, negativem Schufa-Eintrag oder ohne festes Einkommen.

Was Betroffene tun können

Wohnungslosigkeit lässt sich am wirksamsten verhindern, bevor sie eintritt. Wichtige Anlaufpunkte:

  1. Bei Mietschulden früh reagieren: Das Jobcenter oder Sozialamt kann Mietschulden nach § 22 Absatz 8 SGB II beziehungsweise § 36 SGB XII als Darlehen übernehmen, wenn dadurch Wohnungslosigkeit vermieden wird.
  2. Kündigung nicht ignorieren: Bei einer Räumungsklage informiert das Gericht die zuständige Stelle der Kommune. Wer sich selbst dort meldet, hat mehr Zeit für Lösungen.
  3. Fachstelle aufsuchen: Kommunale Fachstellen zur Verhinderung von Wohnungslosigkeit sowie Beratungsstellen der Diakonie, Caritas und der Wohnungslosenhilfe beraten kostenlos und vertraulich.

Für die Frage, wie sich die Zahlen künftig entwickeln, gibt es derzeit keine belastbaren amtlichen Prognosen für 2025 und 2026.

Obdachlos, wohnungslos, verdeckt wohnungslos: die Begriffe

Kurzantwort: Obdachlos bedeutet: ohne jede Unterkunft. Wohnungslos ist der Oberbegriff und umfasst zusätzlich untergebrachte und verdeckt wohnungslose Menschen ohne eigenen Mietvertrag.

Die beiden Begriffe werden im Alltag oft gleichgesetzt, bezeichnen in der Statistik aber unterschiedlich große Gruppen. Grundlage der Einteilung ist die europäische Typologie ETHOS Light, die Wohnungsnotlagen nach der Wohnsituation ordnet.

BegriffBedeutungAnfang 2024
Obdachlos (ohne jede Unterkunft)Übernachtung im öffentlichen Raum, in Notschlafstellen im Freien, Autos, Zelten47.300
Untergebracht wohnungslosUnterbringung in Notunterkunft, Wohnheim, Gemeinschafts- oder Geflüchtetenunterkunft ohne eigenen Mietvertrag439.500
Verdeckt wohnungslosVorübergehend bei Freunden, Bekannten oder Angehörigen, ohne eigenen Mietvertrag60.400
Wohnungslos (Oberbegriff)Alle drei Gruppen zusammen531.600

Für die Berichterstattung ist die Unterscheidung entscheidend. Die Aussage "531.600 Obdachlose in Deutschland" ist falsch — richtig ist "531.600 Wohnungslose, davon 47.300 ohne jede Unterkunft". Wer Zahlen aus verschiedenen Quellen vergleicht, sollte immer prüfen, welche der Gruppen gezählt wurde.

Wie viele Obdachlose gibt es aktuell in Deutschland?

Kurzantwort: Anfang 2024 waren rund 531.600 Menschen in Deutschland wohnungslos, davon 47.300 Personen ganz ohne Unterkunft.

Die aktuell belastbarste bundesweite Zahl stammt aus dem Wohnungslosenbericht 2024 der Bundesregierung. Er weist für Anfang 2024 rund 531.600 wohnungslose Menschen in Deutschland aus. Diese Gesamtzahl setzt sich aus drei Gruppen zusammen:

  • 439.500 untergebrachte wohnungslose Personen — sie leben in Notunterkünften, Wohnheimen, Gemeinschaftsunterkünften oder Geflüchtetenunterkünften, ohne eigenen Mietvertrag.
  • 60.400 verdeckt wohnungslose Personen — sie kommen vorübergehend bei Freunden, Bekannten oder Angehörigen unter, ohne Anspruch auf eine eigene Wohnung.
  • 47.300 Personen ohne jede Unterkunft — sie schlafen auf der Straße, in Parks, Treppenhäusern, Autos oder Zelten. Diese Gruppe ist gemeint, wenn im Alltag von Obdachlosen gesprochen wird.

Grundlage der Erhebung ist das Wohnungslosenberichterstattungsgesetz. Es verpflichtet zu einer regelmäßigen bundesweiten Erhebung. Die Zahl der untergebrachten Personen wird über die Meldungen der Kommunen und Einrichtungen erfasst und vom Statistischen Bundesamt zusammengeführt. Menschen ohne Unterkunft und verdeckt Wohnungslose erscheinen in keiner Meldestatistik, sondern werden über eine gesonderte Stichprobenerhebung geschätzt.

Die Zahl der untergebrachten Personen ist gut dokumentiert, weil sie auf Verwaltungsdaten beruht. Die Werte zu Menschen ohne Unterkunft und verdeckt Wohnungslosen sind Schätzwerte aus einer Stichprobe und daher mit Unsicherheit verbunden. Aktuellere bundesweite Gesamtzahlen als der Stichtag Anfang 2024 liegen derzeit nicht vor.

Betroffene Gruppen und Verteilung nach Geschlecht und Alter

Kurzantwort: Knapp zwei Drittel der Wohnungslosen sind männlich, das Durchschnittsalter der untergebrachten Personen lag 2023 bei 31 Jahren.

Knapp zwei Drittel aller wohnungslosen Personen sind männlich. Frauen sind in der Statistik seltener sichtbar, weil sie überproportional häufig verdeckt wohnungslos sind: Sie kommen bei Bekannten, Freunden oder Angehörigen unter, statt Notunterkünfte oder den öffentlichen Raum zu nutzen. Diese Form der Wohnungslosigkeit fällt in Meldestatistiken kaum auf.

Das Durchschnittsalter der 2023 untergebrachten wohnungslosen Personen lag bei 31 Jahren, ein Jahr niedriger als 2022 mit 32 Jahren. Ein Grund dafür: In den untergebrachten Gruppen befinden sich auch Familien mit Kindern und junge Erwachsene.

Ein Teil der Wohnungslosen hat einen Fluchthintergrund: 7 Prozent der Personen ohne Unterkunft sind davon betroffen. 2023 wurden zudem knapp 130.000 aus der Ukraine geflüchtete Menschen in der Statistik der untergebrachten wohnungslosen Personen erfasst — sie leben in Geflüchtetenunterkünften ohne eigenen Mietvertrag und zählen deshalb nach der Definition als wohnungslos.

Für die Einordnung ist das wichtig: Die 531.600 beschreiben nicht 531.600 Menschen auf der Straße, sondern alle Menschen ohne eigene Wohnung — mit sehr unterschiedlichen Lebenslagen.

Regionale Zahlen: Berlin im Vergleich zum Bundesdurchschnitt

Kurzantwort: In Berlin liegt der Anteil obdachloser und verdeckt wohnungsloser Menschen an der Bevölkerung bei 0,2 Prozent — doppelt so hoch wie bundesweit.

Wohnungslosigkeit verteilt sich nicht gleichmäßig über Deutschland. Sie konzentriert sich in großen Städten, weil dort Wohnraum knapper und teurer ist und weil Hilfsangebote, Notunterkünfte und Beratungsstellen dort vorhanden sind.

KennzahlBundesebeneBerlin
Anteil obdachloser und verdeckt wohnungsloser Personen an der Bevölkerung0,1 %0,2 %
Untergebrachte wohnungslose Menschen439.50039.375
Obdachlose oder verdeckt wohnungslose Menschen107.7008.396

In Berlin lebten 39.375 untergebrachte wohnungslose Menschen, Datenstand 2023. Zusätzlich waren zum Erhebungszeitpunkt 2024 dort 8.396 Menschen obdachlos oder verdeckt wohnungslos. Der Bevölkerungsanteil ist damit doppelt so hoch wie im Bundesdurchschnitt. Diese regionale Differenz verdeutlicht die besondere Betroffenheit von Großstädten — die Berliner Zahlen sind dabei nicht direkt mit den bundesweiten Gesamtzahlen zu addieren, da unterschiedliche Erhebungszeitpunkte zugrunde liegen.

Bei der Zusammensetzung zeigen sich auch zwischen den Bundesländern Unterschiede: Den höchsten Anteil an wohnungslosen Frauen verzeichnet Bremen mit 48 Prozent — also nahezu die Hälfte, während bundesweit knapp zwei Drittel der Betroffenen männlich sind. Eine vollständige Rangfolge aller sechzehn Bundesländer nach Zahl der Obdachlosen lässt sich aus den vorliegenden Auswertungen nicht ableiten.

Warum die Datenlage unvollständig bleibt

Kurzantwort: Bis 2022 gab es keine amtliche Statistik zu Wohnungslosigkeit, und auch heute erfasst die Bundesstatistik nur institutionell untergebrachte Personen.

Bis 2022 wurde in Deutschland keine amtliche Statistik über Wohnungslosigkeit geführt. Die seit 2022 erhobene Bundesstatistik erfasst ausschließlich institutionell untergebrachte Personen und schließt Straßenobdachlose sowie Menschen, die vorübergehend bei Bekannten unterkommen, aus.

Verdeckt Wohnungslose und Menschen ohne jede Unterkunft werden deshalb nur durch ergänzende Studien annäherungsweise erfasst — etwa durch eine Befragung zufällig ausgewählter Personen in mehreren hundert Städten und Gemeinden. Diese Stichprobenerhebung liefert Schätzwerte, keine exakten Zahlen. Das führt zu Unsicherheiten: Die tatsächliche Zahl könnte höher liegen, weil nicht jede Person in einer Stichprobe erfasst wird und Wohnungslosigkeit sich schnell verändern kann.

Für die Berichterstattung bedeutet das: Wer mit diesen Zahlen arbeitet, sollte den Erhebungszeitpunkt und die Definition der jeweiligen Gruppe immer mitnennen.

Obdachlos, wohnungslos, verdeckt wohnungslos: die Begriffe

Kurzantwort: Obdachlos bezeichnet nur Menschen ohne jede Unterkunft, wohnungslos ist der Oberbegriff für alle drei Gruppen zusammen.

Die Begriffe werden im Alltag oft gleichgesetzt, bezeichnen in der Statistik aber unterschiedlich große Gruppen.

BegriffBedeutungAnfang 2024
Obdachlos (ohne jede Unterkunft)Übernachtung im öffentlichen Raum, in Notschlafstellen im Freien, Autos, Zelten47.300
Untergebracht wohnungslosUnterbringung in Notunterkunft, Wohnheim, Gemeinschafts- oder Geflüchtetenunterkunft ohne eigenen Mietvertrag439.500
Verdeckt wohnungslosVorübergehend bei Freunden, Bekannten oder Angehörigen, ohne eigenen Mietvertrag60.400
Wohnungslos (Oberbegriff)Alle drei Gruppen zusammen531.600

Für die Berichterstattung ist die Unterscheidung entscheidend. Die Aussage „531.600 Obdachlose in Deutschland“ ist ungenau — richtig ist „531.600 Wohnungslose, davon 47.300 ohne jede Unterkunft“. Wer Zahlen aus verschiedenen Quellen vergleicht, sollte immer prüfen, welche der Gruppen gezählt wurde.

Wie viele Obdachlose gibt es aktuell in Deutschland?

Kurzantwort: Anfang 2024 waren rund 531.600 Menschen in Deutschland wohnungslos, davon 47.300 ganz ohne Unterkunft.

Die aktuell belastbarste bundesweite Zahl stammt aus dem Wohnungslosenbericht 2024 der Bundesregierung. Er weist für Anfang 2024 rund 531.600 wohnungslose Menschen in Deutschland aus. Diese Gesamtzahl setzt sich aus drei Gruppen zusammen:

  • 439.500 untergebrachte wohnungslose Personen — sie leben in Notunterkünften, Wohnheimen, Gemeinschaftsunterkünften oder Geflüchtetenunterkünften, ohne eigenen Mietvertrag.
  • 60.400 verdeckt wohnungslose Personen — sie kommen vorübergehend bei Freunden, Bekannten oder Angehörigen unter, ohne Anspruch auf eine eigene Wohnung.
  • 47.300 Personen ohne jede Unterkunft — sie schlafen auf der Straße, in Parks, Treppenhäusern, Autos oder Zelten. Diese Gruppe ist gemeint, wenn im Alltag von Obdachlosen gesprochen wird.

Woher kommen die Zahlen?

Grundlage ist das Wohnungslosenberichterstattungsgesetz. Es verpflichtet zu einer regelmäßigen bundesweiten Erhebung zum Stichtag 31. Januar. Die Zahl der untergebrachten Personen wird über die Meldungen der Kommunen und Einrichtungen erfasst und vom Statistischen Bundesamt zusammengeführt. Bis 2022 gab es in Deutschland keine amtliche Statistik über Wohnungslosigkeit — die Bundesstatistik erfasst zudem bis heute nur institutionell untergebrachte Personen und schließt Straßenobdachlose sowie Menschen, die vorübergehend bei Bekannten unterkommen, aus.

Für diese beiden Gruppen wird eine gesonderte Erhebung durchgeführt: Nicht institutionell untergebrachte wohnungslose Menschen wurden per Stichprobenbefragung in zahlreichen Städten und Gemeinden erfasst. Aus dieser Stichprobe wird das Dunkelfeld hochgerechnet.

Wie genau sind die Angaben?

Die Zahl der untergebrachten Personen ist gut dokumentiert, weil sie auf Verwaltungsdaten beruht. Die 47.300 Menschen ohne Unterkunft und die 60.400 verdeckt Wohnungslosen sind Hochrechnungen aus einer Stichprobe und daher mit Unsicherheit verbunden. Die Erhebungszeiträume der verschiedenen Datenquellen weichen zudem leicht voneinander ab, was direkte Vergleiche erschwert. Aktuellere bundesweite Gesamtzahlen als der Stichtag Anfang 2024 liegen derzeit nicht vor. Wer mit diesen Zahlen arbeitet, sollte den Erhebungszeitpunkt immer mitnennen.

Wer ist betroffen: Geschlecht, Alter und Staatsangehörigkeit

Kurzantwort: Knapp zwei Drittel der wohnungslosen Menschen sind männlich, Frauen sind überproportional häufig verdeckt wohnungslos, und das Durchschnittsalter der untergebrachten Personen lag 2023 bei 31 Jahren.

Geschlecht

Knapp zwei Drittel aller wohnungslosen Personen sind männlich. Frauen sind in der Statistik seltener sichtbar, weil sie überproportional häufig verdeckt wohnungslos sind: Sie kommen bei Bekannten, Freunden oder Angehörigen unter, statt Notunterkünfte oder den öffentlichen Raum zu nutzen. Diese Form der Wohnungslosigkeit fällt in Meldestatistiken kaum auf. Bei Personen mit ausländischer Staatsangehörigkeit sind Frauen mit rund 39 Prozent wesentlich stärker vertreten als bei Personen mit deutscher Staatsangehörigkeit, wo ihr Anteil bei etwa 4 Prozent liegt.

Alter

Das Durchschnittsalter der 2023 untergebrachten wohnungslosen Personen lag bei 31 Jahren, ein Jahr niedriger als 2022 mit 32 Jahren. Der Wert ist niedriger, als viele erwarten. Ein Grund: In den untergebrachten Gruppen befinden sich auch Familien mit Kindern und junge Erwachsene.

Staatsangehörigkeit

2023 wurden knapp 130.000 geflüchtete Menschen aus der Ukraine in der Statistik der untergebrachten wohnungslosen Personen erfasst. Wer in einer Geflüchtetenunterkunft lebt und keinen eigenen Mietvertrag hat, zählt nach der Definition als wohnungslos. Das erklärt einen erheblichen Teil der hohen Gesamtzahl bei den untergebrachten Personen.

Für die Einordnung ist das wichtig: Die 531.600 beschreiben nicht 531.600 Menschen auf der Straße, sondern alle Menschen ohne eigene Wohnung — mit sehr unterschiedlichen Lebenslagen.

Weitere Details zur Verteilung nach Geschlecht und Staatsangehörigkeit finden sich in der vertiefenden Analyse zur Verteilung nach Geschlecht und Staatsangehörigkeit.

Regionale Unterschiede: Beispiel Berlin

Kurzantwort: Berlin zählt 39.375 untergebrachte wohnungslose Menschen und 8.396 obdachlose oder verdeckt wohnungslose Menschen — der Bevölkerungsanteil liegt damit doppelt so hoch wie im Bundesdurchschnitt.

Wohnungslosigkeit verteilt sich nicht gleichmäßig über Deutschland. Sie konzentriert sich in großen Städten, weil dort Wohnraum knapper und teurer ist und weil Hilfsangebote, Notunterkünfte und Beratungsstellen dort vorhanden sind.

KennzahlBundesebeneBerlin
Anteil obdachloser und verdeckt wohnungsloser Personen an der Bevölkerung0,1 %0,2 %
Untergebrachte wohnungslose Menschen439.50039.375
Obdachlose oder verdeckt wohnungslose Menschen107.700 (eigene Summe aus 47.300 + 60.400)8.396

In Berlin lebten 2023 rund 39.375 untergebrachte wohnungslose Menschen. Zusätzlich waren 2024 dort 8.396 Menschen obdachlos oder verdeckt wohnungslos. Der Bevölkerungsanteil ist damit doppelt so hoch wie im Bundesdurchschnitt. Wichtig für die Einordnung: Der Bundeswert von 107.700 ist eine eigene Summierung der beiden Bundeswerte aus dem Wohnungslosenbericht 2024 (47.300 Menschen ohne Unterkunft plus 60.400 verdeckt Wohnungslose). Die Berliner Zahl 8.396 stammt dagegen aus einer eigenständigen Studie mit anderer Erhebungsmethodik. Beide Werte beruhen also nicht auf derselben Zählweise, weshalb der Vergleich als grobe Näherung und nicht als exakte Gegenüberstellung zu verstehen ist. Zusätzlich weichen die Erhebungszeiträume der Datensätze leicht voneinander ab. Eine vollständige Rangfolge aller Bundesländer nach Zahl der Obdachlosen lässt sich aus den vorliegenden Auswertungen nicht ableiten.

Mehr zur Lage vor Ort steht in der Übersicht zu Obdachlosigkeit in Berlin — Hilfe und Zahlen sowie im Berliner Sozialbericht 2025.

Warum steigt die Zahl der Obdachlosen?

Kurzantwort: Nach vorliegenden Untersuchungen nimmt die Zahl wohnungsloser Menschen in Deutschland stetig zu; ein eindeutiger, allgemeingültiger Erklärungsansatz für den Anstieg liegt bislang nicht vor.

Die Zahl wohnungsloser Menschen in Deutschland nimmt einer aktuellen Untersuchung zufolge stetig zu. Ein klarer, allgemeingültiger Erklärungsansatz für diesen Anstieg liegt bislang nicht vor.

Was Betroffene tun können

Wohnungslosigkeit lässt sich am wirksamsten verhindern, bevor sie eintritt. Wichtige Anlaufpunkte:

  • Bei Mietschulden früh reagieren: Das Jobcenter oder Sozialamt kann Mietschulden nach § 22 Absatz 8 SGB II beziehungsweise § 36 SGB XII als Darlehen übernehmen, wenn dadurch Wohnungslosigkeit vermieden wird.
  • Kündigung nicht ignorieren: Bei einer Räumungsklage informiert das Gericht die zuständige Stelle der Kommune. Wer sich selbst dort meldet, hat mehr Zeit für Lösungen.
  • Fachstelle aufsuchen: Kommunale Fachstellen zur Verhinderung von Wohnungslosigkeit sowie Beratungsstellen der Diakonie, Caritas und der Wohnungslosenhilfe beraten kostenlos und vertraulich.

Für die Frage, wie sich die Zahlen künftig entwickeln, liegen derzeit keine belastbaren amtlichen Prognosen vor.

Einen Überblick über verwandte Sozialleistungen bietet der Artikel Mindestsicherung in Deutschland.

Obdachlos, wohnungslos, verdeckt wohnungslos: die Begriffe

Kurzantwort: Wohnungslosigkeit ist der Oberbegriff für alle drei Gruppen, Obdachlosigkeit meint im engeren Sinn nur Menschen ohne jede Unterkunft.

Die beiden Begriffe werden im Alltag oft gleichgesetzt, bezeichnen in der Statistik aber unterschiedlich große Gruppen. Obdachlosigkeit meint Personen, die ohne dauerhaften Wohnsitz leben und keinen Zugang zu einer eigenen Wohnung oder einer anderen dauerhaften Unterkunft haben. Verdeckte Wohnungslosigkeit beschreibt eine Form der Wohnungslosigkeit, bei der Betroffene keine eigene Wohnung haben, aber nicht auf der Straße leben.

BegriffBedeutungAnfang 2024
Obdachlos (ohne jede Unterkunft)Übernachtung im öffentlichen Raum, in Notschlafstellen im Freien, Autos, Zelten47.300
Untergebracht wohnungslosUnterbringung in Notunterkunft, Wohnheim, Gemeinschafts- oder Geflüchtetenunterkunft ohne eigenen Mietvertrag439.500
Verdeckt wohnungslosVorübergehend bei Freunden, Bekannten oder Angehörigen, ohne eigenen Mietvertrag60.400
Wohnungslos (Oberbegriff)Alle drei Gruppen zusammen531.600

Für die Berichterstattung ist die Unterscheidung entscheidend. Die Aussage „531.600 Obdachlose in Deutschland“ ist ungenau — richtig ist „531.600 Wohnungslose, davon 47.300 ohne jede Unterkunft“. Wer Zahlen aus verschiedenen Quellen vergleicht, sollte immer prüfen, welche der Gruppen gezählt wurde.

Eine ausführliche Einordnung der Erhebungsmethodik bietet die Wohnungslosenstatistik Deutschland. Regionale Unterschiede zwischen den Bundesländern zeigt der Bundesländer-Vergleich 2024.

Wie viele Obdachlose gibt es aktuell in Deutschland?

Kurzantwort: Anfang 2024 waren rund 531.600 Menschen in Deutschland wohnungslos, davon 47.300 ohne jede Unterkunft, 439.500 untergebracht und 60.400 verdeckt wohnungslos.

Die aktuell belastbarste bundesweite Zahl stammt aus dem Wohnungslosenbericht 2024 der Bundesregierung. Er weist für Anfang 2024 rund 531.600 wohnungslose Menschen in Deutschland aus. Diese Gesamtzahl setzt sich aus drei Gruppen zusammen:

  • 439.500 untergebrachte wohnungslose Personen — sie leben in Notunterkünften, Wohnheimen, Gemeinschaftsunterkünften oder Geflüchtetenunterkünften, ohne eigenen Mietvertrag.
  • 60.400 verdeckt wohnungslose Personen — sie kommen vorübergehend bei Freunden, Bekannten oder Angehörigen unter, ohne Anspruch auf eine eigene Wohnung.
  • 47.300 Personen ohne jede Unterkunft — sie schlafen auf der Straße, in Parks, Treppenhäusern, Autos oder Zelten. Diese Gruppe ist gemeint, wenn im Alltag von Obdachlosen gesprochen wird.

Wie hat sich die Zahl seit 2022 verändert?

Für 2022 nannte die Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe eine Schätzung von rund 607.000 wohnungslosen Menschen in Deutschland. Ein direkter Vergleich mit den 531.600 des Wohnungslosenberichts 2024 ist nur eingeschränkt möglich: Beide Zahlen beruhen auf unterschiedlichen Erhebungsmethoden und Trägern — die BAG-Schätzung von 2022 auf einer eigenen Hochrechnung des Verbands, die Zahl von 2024 auf der amtlichen Statistik des Bundes nach dem Wohnungslosenberichterstattungsgesetz. Ein Rückgang der Wohnungslosigkeit lässt sich aus dem Vergleich der beiden Werte daher nicht ableiten.

Woher kommen die Zahlen?

Grundlage ist das Wohnungslosenberichterstattungsgesetz. Es verpflichtet zu einer regelmäßigen bundesweiten Erhebung. Bis 2019 gab es keine offizielle bundesweite Erhebung zur Wohnungslosigkeit; das Gesetz wurde erst 2020 geschaffen. Die Zahl der untergebrachten Personen wird über Meldungen der Kommunen und Einrichtungen erfasst und vom Statistischen Bundesamt zusammengeführt.

Menschen ohne Unterkunft und verdeckt Wohnungslose erscheinen in keiner Meldestatistik. Für sie wird eine gesonderte Stichprobenerhebung durchgeführt, aus der das Dunkelfeld geschätzt wird.

Wie genau sind die Angaben?

Die Zahl der untergebrachten Personen ist gut dokumentiert, weil sie auf Verwaltungsdaten beruht. Die Werte zu Menschen ohne Unterkunft und verdeckt Wohnungslosen sind Schätzwerte aus einer Stichprobe und daher mit größerer Unsicherheit verbunden. Aktuellere bundesweite Gesamtzahlen als der Stichtag Anfang 2024 liegen derzeit nicht vor. Wer mit diesen Zahlen arbeitet, sollte den Erhebungszeitpunkt immer mitnennen.

Wer ist betroffen: Geschlecht, Alter und Staatsangehörigkeit

Kurzantwort: Knapp zwei Drittel der Wohnungslosen sind männlich, das Durchschnittsalter der Untergebrachten lag 2023 bei 31 Jahren, und rund ein Drittel der Untergebrachten sind geflüchtete Ukrainerinnen und Ukrainer.

Geschlecht

Knapp zwei Drittel aller wohnungslosen Personen sind männlich. Frauen sind in der Statistik seltener sichtbar, weil sie überproportional häufig verdeckt wohnungslos sind: Sie kommen bei Bekannten, Freunden oder Angehörigen unter, statt Notunterkünfte oder den öffentlichen Raum zu nutzen. Diese Form der Wohnungslosigkeit fällt in Meldestatistiken nicht auf.

Alter

Das Durchschnittsalter der 2023 untergebrachten wohnungslosen Personen lag bei 31 Jahren, ein Jahr niedriger als 2022 mit 32 Jahren. Ein Grund dafür: In den untergebrachten Gruppen befinden sich auch Familien mit Kindern und junge Erwachsene.

Staatsangehörigkeit

Von den 439.500 untergebrachten wohnungslosen Personen zum 31. Januar 2024 hatten knapp 378.000 eine ausländische Staatsangehörigkeit. Geflüchtete Ukrainerinnen und Ukrainer bildeten mit rund 136.900 Personen knapp 31 Prozent — etwa ein Drittel — aller untergebrachten Wohnungslosen. Das erklärt einen erheblichen Teil der hohen Gesamtzahl bei den untergebrachten Personen: Wer in einer Geflüchtetenunterkunft lebt und keinen eigenen Mietvertrag hat, zählt nach der Definition als wohnungslos.

Für die Einordnung ist das wichtig: Die 531.600 beschreiben nicht 531.600 Menschen auf der Straße, sondern alle Menschen ohne eigene Wohnung — mit sehr unterschiedlichen Lebenslagen. Mehr zur Verteilung nach Geschlecht und Staatsangehörigkeit finden Sie auf der Detailseite zu Geschlecht und Staatsangehörigkeit.

Regionale Unterschiede: Berlin im Vergleich zum Bundesdurchschnitt

Kurzantwort: In Berlin waren 2024 rund 8.396 Menschen obdachlos oder verdeckt wohnungslos — der Bevölkerungsanteil liegt bei 0,2 Prozent und ist damit doppelt so hoch wie der Bundesdurchschnitt von 0,1 Prozent.

Wohnungslosigkeit verteilt sich nicht gleichmäßig über Deutschland. Sie konzentriert sich in großen Städten, weil dort Wohnraum knapper und teurer ist und weil Hilfsangebote, Notunterkünfte und Beratungsstellen dort vorhanden sind.

KennzahlBundesebeneBerlin
Anteil obdachloser und verdeckt wohnungsloser Personen an der Bevölkerung0,1 %0,2 %
Obdachlose oder verdeckt wohnungslose Menschen (absolut)107.7008.396

In Berlin waren zum Erhebungszeitpunkt 2024 insgesamt 8.396 Menschen obdachlos oder verdeckt wohnungslos. Der Bevölkerungsanteil ist damit doppelt so hoch wie im Bundesdurchschnitt. Eine ausführliche Auswertung nach allen Bundesländern finden Sie im Bundesländer-Vergleich zur Wohnungslosigkeit 2024.

Warum steigt die Zahl der Obdachlosen?

Kurzantwort: Bei der Mehrheit der Betroffenen war nicht Zuwanderung, sondern der Verlust einer bestehenden Wohnung der Auslöser für die Wohnungslosigkeit.

Die Zahl wohnungsloser Menschen in Deutschland nimmt zu. Über die Ursachen gibt der Wohnungslosenbericht 2024 einen wichtigen Hinweis: Bei der Mehrheit der Betroffenen war nicht die Zuwanderung, sondern der Verlust einer bestehenden Wohnung der Auslöser.

  • 59 Prozent der Wohnungslosen ohne Unterkunft wurden nach einem Wohnungsverlust in Deutschland wohnungslos.
  • 60 Prozent der verdeckt Wohnungslosen ebenfalls.

Wohnungsverlust bedeutet in der Praxis meist: Kündigung, Zwangsräumung, Trennung vom Partner oder der Partnerin, Auszug aus einer Einrichtung ohne Anschlusswohnung. Wer einmal keinen Mietvertrag mehr hat, findet auf angespannten Wohnungsmärkten schwer zurück — besonders mit Mietschulden, negativem Schufa-Eintrag oder ohne festes Einkommen.

Ausführliche Hintergründe zu den Auslösern finden Sie auf der Seite Ursachen, Dauer und soziale Faktoren der Wohnungslosigkeit.

Was Betroffene tun können

Wohnungslosigkeit lässt sich am wirksamsten verhindern, bevor sie eintritt. Wichtige Anlaufpunkte:

  • Bei Mietschulden früh reagieren: Das Jobcenter oder Sozialamt kann Mietschulden nach § 22 Absatz 8 SGB II beziehungsweise § 36 SGB XII als Darlehen übernehmen, wenn dadurch Wohnungslosigkeit vermieden wird.
  • Kündigung nicht ignorieren: Bei einer Räumungsklage informiert das Gericht die zuständige Stelle der Kommune. Wer sich selbst dort meldet, hat mehr Zeit für Lösungen.
  • Fachstelle aufsuchen: Kommunale Fachstellen zur Verhinderung von Wohnungslosigkeit sowie Beratungsstellen der Diakonie, Caritas und der Wohnungslosenhilfe beraten kostenlos und vertraulich.

Für die Frage, wie sich die Zahlen künftig entwickeln, gibt es derzeit keine belastbaren amtlichen Prognosen für die kommenden Jahre. Die Bundesregierung verfolgt mit ihrem Nationalen Aktionsplan das Ziel, Obdach- und Wohnungslosigkeit in Deutschland bis 2030 zu überwinden.

Obdachlos, wohnungslos, verdeckt wohnungslos: die Begriffe

Kurzantwort: Obdachlos, untergebracht wohnungslos und verdeckt wohnungslos sind drei unterschiedlich große Teilgruppen des Oberbegriffs wohnungslos — die Aussage 531.600 Obdachlose ist daher falsch.

Die Begriffe werden im Alltag oft gleichgesetzt, bezeichnen in der Statistik aber unterschiedlich große Gruppen. Grundlage der Einteilung ist die europäische Typologie ETHOS Light, die Wohnungsnotlagen nach der Wohnsituation ordnet.

BegriffBedeutungAnfang 2024
Obdachlos (ohne jede Unterkunft)Übernachtung im öffentlichen Raum, in Notschlafstellen im Freien, Autos, Zelten47.300
Untergebracht wohnungslosUnterbringung in Notunterkunft, Wohnheim, Gemeinschafts- oder Geflüchtetenunterkunft ohne eigenen Mietvertrag439.500
Verdeckt wohnungslosVorübergehend bei Freunden, Bekannten oder Angehörigen, ohne eigenen Mietvertrag60.400
Wohnungslos (Oberbegriff)Alle drei Gruppen zusammen531.600

Für die Berichterstattung ist die Unterscheidung entscheidend. Die Aussage „531.600 Obdachlose in Deutschland“ ist falsch — richtig ist „531.600 Wohnungslose, davon 47.300 ohne jede Unterkunft“. Wer Zahlen aus verschiedenen Quellen vergleicht, sollte immer prüfen, welche der Gruppen gezählt wurde. Eine Übersicht zur gesamten Wohnungslosenstatistik finden Sie unter Wohnungslosenstatistik Deutschland.

Wie viele Obdachlose gibt es aktuell in Deutschland?

Kurzantwort: Anfang 2024 waren rund 531.600 Menschen in Deutschland wohnungslos — darin enthalten sind 439.500 untergebrachte, 60.400 verdeckt wohnungslose und 47.300 obdachlose Personen ohne jede Unterkunft.

Die aktuell belastbarste bundesweite Zahl weist für Anfang 2024 rund 531.600 wohnungslose Menschen in Deutschland aus. Diese Gesamtzahl setzt sich aus drei Gruppen zusammen:

  • 439.500 untergebrachte wohnungslose Personen — sie leben in Notunterkünften, Wohnheimen, Gemeinschaftsunterkünften oder Geflüchtetenunterkünften, ohne eigenen Mietvertrag. Diese Zahl basiert auf der amtlichen Statistik zum Stichtag 31. Januar 2024.
  • 60.400 verdeckt wohnungslose Personen — sie kommen vorübergehend bei Freunden, Bekannten oder Angehörigen unter, ohne Anspruch auf eine eigene Wohnung.
  • 47.300 Personen ohne jede Unterkunft — sie schlafen auf der Straße, in Parks, Treppenhäusern, Autos oder Zelten. Diese Gruppe ist gemeint, wenn im Alltag von Obdachlosen gesprochen wird.

Wichtig für die Einordnung: Die 439.500 untergebrachten Personen beruhen auf einer amtlichen Verwaltungsstatistik. Die 60.400 verdeckt Wohnungslosen und die 47.300 Menschen ohne Unterkunft sind dagegen Schätzwerte aus einer separaten Stichprobenbefragung, weil diese Gruppen in keiner Meldestatistik erfasst werden. Die Gesamtzahl von 531.600 verbindet beide Erhebungen.

Warum unterscheiden sich die Zahlen von 2022 und 2024?

Kurzantwort: Die Zahl von 607.000 Wohnungslosen für 2022 stammt aus einer Verbandsschätzung, während die 531.600 für 2024 erstmals auf einer amtlichen Bundesstatistik beruhen — beide Werte sind methodisch nicht direkt vergleichbar.

Für 2022 wurde die Zahl wohnungsloser Menschen in Deutschland auf 607.000 geschätzt. Diese Schätzung beruhte auf einer eigenen Hochrechnung eines Fachverbands, nicht auf einer amtlichen Erhebung.

Für 2024 liegt erstmals eine amtliche Bundesstatistik vor, ergänzt um eine wissenschaftliche Stichprobenbefragung zu Obdachlosigkeit und verdeckter Wohnungslosigkeit. Grundlage ist das 2020 geschaffene Wohnungslosenberichterstattungsgesetz. Bis 2019 gab es in Deutschland keine offizielle bundesweite Erhebung zur Wohnungslosigkeit.

Der Rückgang von 607.000 auf 531.600 lässt sich deshalb nicht als realer Trend lesen. Die beiden Zahlen wurden mit unterschiedlichen Methoden erhoben und sind nicht als Zeitreihe vergleichbar. Wer beide Werte zitiert, sollte die jeweils zugrunde liegende Erhebungsmethode benennen.

Wer ist betroffen: Geschlecht, Alter und Staatsangehörigkeit

Kurzantwort: Knapp zwei Drittel der wohnungslosen Menschen sind männlich, das Durchschnittsalter der untergebrachten Personen lag 2023 bei 31 Jahren, und geflüchtete Ukrainerinnen und Ukrainer stellten mit rund 136.900 Personen die größte Einzelgruppe unter den untergebrachten Wohnungslosen.

Geschlecht: Knapp zwei Drittel aller wohnungslosen Personen sind männlich. Frauen sind in der Statistik seltener sichtbar, weil sie überproportional häufig verdeckt wohnungslos sind: Sie kommen bei Bekannten, Freunden oder Angehörigen unter, statt Notunterkünfte oder den öffentlichen Raum zu nutzen. Diese Form der Wohnungslosigkeit fällt in Meldestatistiken nicht auf.

Alter: Das Durchschnittsalter der 2023 untergebrachten wohnungslosen Personen lag bei 31 Jahren, ein Jahr niedriger als 2022 (32 Jahre).

Staatsangehörigkeit: Von den 439.500 untergebrachten wohnungslosen Personen hatten knapp 378.000 eine ausländische Staatsangehörigkeit. Geflüchtete Ukrainerinnen und Ukrainer bildeten mit knapp 31 Prozent die größte Einzelgruppe: Zum Stichtag 31. Januar 2024 wurden 136.900 von ihnen in der Wohnungslosenstatistik erfasst, gegenüber 130.000 im Jahr 2023. Ein erheblicher Teil dieser Gruppe lebt in Geflüchtetenunterkünften ohne eigenen Mietvertrag und zählt deshalb nach der Definition als wohnungslos.

Für die Einordnung ist das wichtig: Die 531.600 beschreiben nicht 531.600 Menschen auf der Straße, sondern alle Menschen ohne eigene Wohnung — mit sehr unterschiedlichen Lebenslagen.

Historische Entwicklung und rechtliche Grundlage der Erfassung

Kurzantwort: Bis 2019 gab es keine bundesweite amtliche Erhebung zur Wohnungslosigkeit in Deutschland; erst ein 2020 geschaffenes Gesetz schuf eine regelmäßige Statistik, und 2024 beschloss die Bundesregierung einen Aktionsplan, um Wohnungslosigkeit bis 2030 zu überwinden.

Bis 2019 gab es in Deutschland keine offizielle bundesweite Erhebung zur Wohnungslosigkeit. Erst mit einem 2020 geschaffenen Gesetz zur Wohnungslosenberichterstattung entstand eine amtliche Statistik der untergebrachten wohnungslosen Menschen, erhoben jeweils zum Stichtag 31. Januar. Zuvor stützten sich Politik und Öffentlichkeit auf Schätzungen von Fachverbänden.

Die Bundesregierung verfolgt mit einem am 24. April 2024 im Bundeskabinett beschlossenen Nationalen Aktionsplan das Ziel, Obdach- und Wohnungslosigkeit in Deutschland bis 2030 zu überwinden. Der Aktionsplan bildet einen bundesweiten Handlungsleitfaden für die gemeinsamen Anstrengungen von Bund, Ländern und Kommunen.

Quellen

  • Wohnungslosenbericht 2024 (Bundesregierung)
  • Von untergebrachten wohnungslosen Menschen und einem Nationalen Aktionsplan gegen Wohnungslosigkeit – Aktuelle Sozialpolitik
  • BMWSB — Aktionsplan gegen Wohnungslosigkeit
  • Sozialbericht 2024 — Vermögensungleichheit, Wohnkosten und Wohnungslosigkeit

Häufige Fragen

Wie viele Obdachlose gibt es in Deutschland 2024?+

Anfang 2024 lebten in Deutschland 47.300 Menschen ohne jede Unterkunft — sie gelten als obdachlos im engeren Sinn. Insgesamt waren rund 531.600 Menschen wohnungslos. Zu dieser Gesamtzahl gehören zusätzlich 439.500 untergebrachte Personen in Notunterkünften, Wohnheimen und Geflüchtetenunterkünften sowie 60.400 verdeckt wohnungslose Menschen, die vorübergehend bei Bekannten oder Angehörigen unterkommen. Die Zahlen stammen aus dem Wohnungslosenbericht 2024 der Bundesregierung. Aktuellere bundesweite Gesamtzahlen liegen bisher nicht vor.

Was ist der Unterschied zwischen obdachlos und wohnungslos?+

Obdachlos ist die engere Gruppe: Menschen ohne jede Unterkunft, die auf der Straße, in Parks, Zelten oder Autos übernachten. Wohnungslos ist der Oberbegriff und umfasst zusätzlich zwei weitere Gruppen: Menschen, die in Notunterkünften, Wohnheimen oder Geflüchtetenunterkünften untergebracht sind, und verdeckt wohnungslose Menschen, die ohne eigenen Mietvertrag bei Freunden oder Angehörigen wohnen. Grundlage dieser Einteilung ist die europäische Typologie ETHOS Light. Von 531.600 wohnungslosen Menschen Anfang 2024 waren 47.300 obdachlos.

In welchem Bundesland gibt es die meisten Obdachlosen?+

Eine vollständige Rangfolge aller Bundesländer lässt sich aus den vorliegenden Auswertungen nicht ableiten. Klar belegt ist, dass Berlin deutlich über dem Bundesdurchschnitt liegt: Der Anteil obdachloser und verdeckt wohnungsloser Menschen an der Bevölkerung beträgt dort 0,2 Prozent gegenüber 0,1 Prozent bundesweit. In Berlin lebten 39.375 untergebrachte wohnungslose Menschen, zusätzlich waren 2024 dort 8.396 Menschen obdachlos oder verdeckt wohnungslos. Generell konzentriert sich Wohnungslosigkeit in großen Städten.

Wie viele Frauen sind von Obdachlosigkeit betroffen?+

Knapp zwei Drittel aller wohnungslosen Personen in Deutschland sind männlich, ein gutes Drittel weiblich. Frauen erscheinen in der Statistik jedoch seltener, als es ihrer tatsächlichen Betroffenheit entspricht: Sie sind überproportional häufig verdeckt wohnungslos und kommen bei Bekannten, Freunden oder Angehörigen unter, statt Notunterkünfte oder den öffentlichen Raum zu nutzen. Regional gibt es große Unterschiede — den höchsten Frauenanteil unter Wohnungslosen verzeichnet Bremen mit 48 Prozent.

Wie werden die Zahlen zur Obdachlosigkeit erhoben?+

Grundlage ist das Wohnungslosenberichterstattungsgesetz. Die untergebrachten wohnungslosen Personen werden über Meldungen der Kommunen und Einrichtungen erfasst und vom Statistischen Bundesamt zusammengeführt. Menschen ohne Unterkunft und verdeckt Wohnungslose tauchen in keiner Verwaltungsstatistik auf. Für sie wird eine gesonderte Erhebung durchgeführt: Zwischen dem 1. und 7. Februar 2024 wurden 2.250 zufällig ausgewählte nicht institutionell untergebrachte wohnungslose Menschen in 200 deutschen Städten und Gemeinden befragt. Daraus wird das Dunkelfeld geschätzt.

Warum steigt die Zahl der wohnungslosen Menschen?+

Die Zahl wohnungsloser Menschen in Deutschland steigt stetig an. Der wichtigste Auslöser ist der Verlust einer bestehenden Wohnung: 59 Prozent der Wohnungslosen ohne Unterkunft und 60 Prozent der verdeckt Wohnungslosen wurden nach einem Wohnungsverlust in Deutschland wohnungslos. Typische Wege dorthin sind Kündigung, Zwangsräumung, Trennung oder ein Auszug aus einer Einrichtung ohne Anschlusswohnung. Wer Mietschulden hat, sollte früh das Jobcenter oder Sozialamt einschalten: Nach § 22 Absatz 8 SGB II und § 36 SGB XII können Mietschulden als Darlehen übernommen werden, wenn dadurch Wohnungslosigkeit vermieden wird.

Wie viele Obdachlose gibt es aktuell in Deutschland?+

Im engeren Sinn, also Menschen ganz ohne Unterkunft, waren es Anfang 2024 rund 47.300 Personen. Zählt man alle Wohnungslosen zusammen — also zusätzlich untergebrachte und verdeckt wohnungslose Menschen — kommt der Wohnungslosenbericht 2024 der Bundesregierung auf insgesamt rund 531.600 Menschen.

Warum gibt es keine exakte amtliche Zahl zu Obdachlosen in Deutschland?+

Die Bundesstatistik erfasst nur institutionell untergebrachte wohnungslose Personen über Meldungen der Kommunen und Einrichtungen. Menschen ohne jede Unterkunft und verdeckt Wohnungslose, die etwa bei Bekannten unterkommen, tauchen in dieser Meldestatistik nicht auf und werden nur über zusätzliche Stichprobenbefragungen geschätzt.

Welches Bundesland hat die meisten wohnungslosen Frauen?+

Den höchsten Anteil an wohnungslosen Frauen verzeichnet laut Wohnungslosenbericht 2024 das Bundesland Bremen mit 48 Prozent. Bundesweit liegt der Frauenanteil deutlich niedriger, da bundesweit knapp zwei Drittel der Betroffenen männlich sind.

Was ist der Unterschied zwischen obdachlos und wohnungslos?+

Obdachlos bezeichnet Menschen ohne jede Unterkunft, die etwa auf der Straße oder in Notschlafstellen im Freien übernachten. Wohnungslos ist der Oberbegriff und umfasst zusätzlich untergebrachte Personen in Notunterkünften oder Wohnheimen sowie verdeckt Wohnungslose, die vorübergehend bei Bekannten unterkommen.

Wie unterscheiden sich die Zahlen zwischen Berlin und dem Bundesdurchschnitt?+

In Berlin liegt der Anteil obdachloser und verdeckt wohnungsloser Menschen an der Bevölkerung bei 0,2 Prozent und ist damit doppelt so hoch wie der Bundesdurchschnitt von 0,1 Prozent. Zusätzlich lebten in Berlin 39.375 untergebrachte wohnungslose Menschen.

Wie viele Menschen sind in Deutschland aktuell wohnungslos?+

Anfang 2024 waren rund 531.600 Menschen in Deutschland wohnungslos. Davon lebten 439.500 in Unterkünften ohne eigenen Mietvertrag, 60.400 kamen verdeckt bei Bekannten oder Angehörigen unter, und 47.300 hatten gar keine Unterkunft.

Warum gibt es keine exakte amtliche Zahl obdachloser Menschen ohne Unterkunft?+

Die amtliche Bundesstatistik erfasst nur institutionell untergebrachte wohnungslose Menschen über Meldungen der Kommunen. Menschen ohne jede Unterkunft und verdeckt Wohnungslose tauchen darin nicht auf, weil sie keine Behörde melden kann. Für diese Gruppen wird stattdessen eine Stichprobenbefragung in ausgewählten Städten durchgeführt und daraus eine Gesamtzahl hochgerechnet — mit entsprechender statistischer Unsicherheit.

Was ist der Unterschied zwischen obdachlos und wohnungslos?+

Wohnungslos ist der Oberbegriff für alle Menschen ohne eigenen Mietvertrag — egal ob sie untergebracht, verdeckt wohnungslos oder ohne jede Unterkunft sind. Obdachlos im engeren Sinn meint nur die Menschen, die ganz ohne Unterkunft auf der Straße, in Parks oder Notschlafstellen im Freien leben.

Wie viele Obdachlose gibt es in Berlin?+

Berlin zählte 2023 rund 39.375 untergebrachte wohnungslose Menschen. Zusätzlich waren 2024 dort 8.396 Menschen obdachlos oder verdeckt wohnungslos. Der Bevölkerungsanteil dieser Gruppe liegt in Berlin bei 0,2 Prozent und damit doppelt so hoch wie der Bundesdurchschnitt von 0,1 Prozent.

Ist die Zahl der Obdachlosen in Deutschland gestiegen?+

Nach vorliegenden Untersuchungen nimmt die Zahl wohnungsloser Menschen stetig zu. Ein eindeutiger amtlicher Vergleichswert für frühere Jahre auf Bundesebene liegt derzeit jedoch nicht in vergleichbarer Form vor, sodass sich das genaue Ausmaß des Anstiegs für Deutschland insgesamt nicht exakt beziffern lässt.

Wie viele Menschen sind in Deutschland aktuell obdachlos?+

Nach dem Wohnungslosenbericht 2024 der Bundesregierung waren Anfang 2024 rund 531.600 Menschen in Deutschland wohnungslos. Davon lebten 47.300 Personen ohne jede Unterkunft auf der Straße, 439.500 waren in Notunterkünften oder Gemeinschaftsunterkünften untergebracht und 60.400 kamen verdeckt bei Bekannten oder Angehörigen unter.

Wie hat sich die Zahl der Wohnungslosen seit 2022 verändert?+

Für 2022 schätzte die Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe rund 607.000 wohnungslose Menschen, für 2024 weist der Wohnungslosenbericht der Bundesregierung 531.600 Menschen aus. Ein direkter Vergleich ist nur eingeschränkt möglich, da beide Zahlen auf unterschiedlichen Erhebungsmethoden beruhen.

Wie viele wohnungslose Menschen in Deutschland sind geflüchtete Ukrainerinnen und Ukrainer?+

Zum 31. Januar 2024 waren rund 136.900 geflüchtete Ukrainerinnen und Ukrainer als untergebracht wohnungslos erfasst. Das entspricht knapp 31 Prozent — etwa einem Drittel — aller untergebrachten Wohnungslosen.

Was ist der Unterschied zwischen obdachlos und wohnungslos?+

Obdachlos bezeichnet Menschen ohne jede Unterkunft, die auf der Straße leben. Wohnungslos ist der Oberbegriff und umfasst zusätzlich untergebrachte Personen in Notunterkünften sowie verdeckt Wohnungslose, die vorübergehend bei Bekannten oder Angehörigen unterkommen.

Wie unterscheidet sich die Wohnungslosigkeit zwischen Berlin und dem Bundesdurchschnitt?+

In Berlin waren 2024 rund 8.396 Menschen obdachlos oder verdeckt wohnungslos, das entspricht 0,2 Prozent der Berliner Bevölkerung. Bundesweit liegt der Anteil mit 0,1 Prozent nur halb so hoch.

Wie viele Obdachlose gibt es 2024 in Deutschland?+

Im engeren Sinn — Menschen ohne jede Unterkunft, die auf der Straße leben — waren es Anfang 2024 rund 47.300 Personen. Zählt man die 439.500 amtlich untergebrachten und die 60.400 verdeckt wohnungslosen Menschen hinzu, ergibt sich die Gesamtzahl von 531.600 Wohnungslosen.

Warum unterscheiden sich die Zahlen 2022 (607.000) und 2024 (531.600)?+

Die Zahl von 607.000 für 2022 stammt aus einer Verbandsschätzung. Die Zahl von 531.600 für 2024 basiert erstmals auf einer amtlichen Bundesstatistik. Beide Erhebungen nutzen unterschiedliche Methoden, weshalb sich aus dem Rückgang keine reale Trendaussage ableiten lässt.

Wie hoch ist der Anteil geflüchteter Ukrainer:innen an den Wohnungslosenzahlen?+

Zum Stichtag 31. Januar 2024 wurden 136.900 geflüchtete Ukrainerinnen und Ukrainer in der deutschen Wohnungslosenstatistik erfasst. Das entspricht knapp 31 Prozent aller untergebrachten Wohnungslosen und war ein Anstieg gegenüber 130.000 Personen im Jahr 2023.

Was ist der Unterschied zwischen obdachlos und wohnungslos?+

Wohnungslos ist der Oberbegriff für alle Menschen ohne eigenen Mietvertrag — dazu zählen untergebrachte, verdeckt wohnungslose und obdachlose Personen. Obdachlos sind im engeren Sinn nur die Menschen ohne jede Unterkunft, die im öffentlichen Raum leben.

Seit wann gibt es amtliche Zahlen zur Wohnungslosigkeit in Deutschland?+

Erst mit einem 2020 geschaffenen Gesetz entstand eine regelmäßige amtliche Statistik. Vor 2019 gab es keine offizielle bundesweite Erhebung, sondern nur Schätzungen von Fachverbänden.