ARMUTDEUTSCHLAND
Was sie bedeutet

Armutsentwicklung · Coronapandemie · Zeitverlauf

Sozialbericht 2024

Armut in Deutschland seit Corona.
Was die Daten wirklich zeigen.

Gesamtdeutsch blieb die Armutsrisikoquote durch die Coronapandemie erstaunlich stabil. Das ist die gute Nachricht. Die schlechte: Dauerhafte Armut ist seit Jahren strukturell erhöht — und die Pandemie hat diese Tendenz nicht gebrochen, sondern verstärkt unsichtbar gemacht.

Auf einen Blick

  • Die gesamtdeutsche Armutsrisikoquote veränderte sich zwischen 2015–2019 und 2020–2022 kaum — das deutsche Sozialschutzsystem hat gehalten.
  • Dauerhafte Armut ist das eigentliche Problem: 58 % der 2021 einkommensarmen Personen waren mindestens 3 der 4 Vorjahre arm.
  • Arbeitslose: 67,1 % Armutsquote — mit Abstand die höchste Belastung aller Bevölkerungsgruppen.
  • Ostdeutschland: 19,4 % Armutsrisikoquote (2020–2022) — strukturell dauerhaft über dem Bundesschnitt.
  • Seit 2016 gibt es keine grundlegende Trendumkehr bei permanenten Armutsanteilen.

Wer wissen will, was die Coronapandemie mit Armut in Deutschland gemacht hat, muss zwei Ebenen auseinanderhalten: die Ebene der Querschnittsdaten — wie viele Menschen sind zu einem bestimmten Zeitpunkt arm — und die Ebene der Längsschnittdaten — wie lange bleiben Menschen arm, und wer wird es dauerhaft? Die erste Ebene zeichnet ein relativ beruhigendes Bild. Die zweite ist alarmierender.

Die stabile Gesamtquote — und was dahintersteckt

Die Armutsrisikoquote in Deutschland blieb zwischen den Zeiträumen 2015–2019 und 2020–2022 bemerkenswert stabil. Das ist das zentrale Ergebnis, wenn man die Pandemiephase mit der Vorpandemiezeit vergleicht. Weder die Gesamtquote noch die meisten Gruppenquoten zeigen einen dramatischen Sprung. Für ein Land, das einen wirtschaftlichen Einbruch historischen Ausmaßes erlebte — mit Schließungen, Ausgangsbeschränkungen und massivem Rückgang des BIP — ist das bemerkenswert.

Die Erklärung liegt in der staatlichen Reaktion. Kurzarbeit hielt Millionen von Arbeitsverhältnissen aufrecht und verhinderte den Einkommensabfall für breite Mittelschichten. Soforthilfen, Verlängerungen von Arbeitslosengeld-Ansprüchen und vereinfachte Zugänge zu Grundsicherungsleistungen schufen zusätzliche Sicherheitsnetze. Das Gesamtsystem hat — gemessen an den Querschnittsquoten — gehalten.

Unmittelbar vor der Pandemie, in den Jahren 2017 bis 2019, gab es sogar zeitweise stagnierende oder leicht rückläufige Armutsrisiken. Nach einem Jahreshöchststand der monatlichen Armutsrisikoquote im Jahr 2017 sank die Quote im Jahresverlauf. Die Hochkonjunktur dieser Jahre, der niedrige Arbeitsmarkt und steigende Löhne hatten Wirkung gezeigt. Die Pandemie hat diese günstige Entwicklung unterbrochen — aber nicht in einen scharfen Anstieg umgekehrt.

Was bleibt: Die Armutsrisikoquote lag 2021 bei 16,0 Prozent, 2022 bei 14,8 Prozent, 2023 bei 14,4 Prozent. Der AROPE-Indikator — der neben Einkommensarmut auch materielle Entbehrung und fehlende Erwerbsbeteiligung misst — lag 2023 bei 21,3 Prozent. Über ein Fünftel der Bevölkerung war also von mindestens einer Form von Armut oder sozialer Ausgrenzung betroffen.

Kurzantwort: Die gesamtdeutsche Armutsrisikoquote blieb zwischen 2015–2019 und 2020–2022 stabil — ein Zeichen für die Wirksamkeit von Kurzarbeit und Soforthilfen. 2023 waren nach dem AROPE-Indikator 21,3 % der Bevölkerung von Armut oder sozialer Ausgrenzung bedroht. Die stabilen Quoten verdecken jedoch, was sich in der Tiefe abspielt.

Das eigentliche Problem: Dauerhafte Armut wächst

Die Stabilität der Gesamtquote sagt wenig darüber aus, wie lange Menschen arm bleiben. Genau diese Frage — nach der Armutsdauer — ist entscheidend. Denn vorübergehende Armut ist eine andere Erfahrung als dauerhafte. Wer für ein Jahr weniger als 60 Prozent des Medianeinkommens hat, dann aber wieder über die Schwelle steigt, erlebt das anders als jemand, der Jahr für Jahr darunter bleibt.

Die Zahlen sind deutlich: Von den Personen, die 2021 in relativer Einkommensarmut lebten, waren mehr als 80 Prozent bereits in den vier Vorjahren (2017 bis 2020) mindestens einmal von Armut betroffen. Mehr als die Hälfte — rund 58 Prozent — war in diesem Zeitraum dauerhaft arm, mit Armutsepisoden von mindestens drei Jahren. 18 Prozent waren in drei der vier Vorjahre dauerhaft arm. 13 Prozent hatten zweimalige Armutserfahrung.

Das heißt im Klartext: Für die große Mehrheit der 2021 einkommensarmen Menschen war Armut keine neue Erfahrung. Sie waren bereits vor Corona arm — und blieben es während der Pandemie. Die Pandemie hat diese Gruppe nicht neu in Armut gestoßen; sie hat verhindert, dass sie herauskommt.

Im Vergleich zu früheren Zeitpunkten zeigt sich ein Trend: 2011 waren noch 36 Prozent der einkommensarmen Personen in allen vier Vorjahren dauerhaft arm — 2021 liegt dieser Anteil deutlich höher. Gleichzeitig hatten 2011 noch 33 Prozent der Menschen im Bereich des prekären Wohlstands zumindest einmal eine Armutserfahrung in den Vorjahren gemacht. Armutserfahrungen sind also verbreiteter und dauerhafter geworden.

Seit 2016 sind die Anteile an permanenter Armut erhöht — und es gibt derzeit keine Anzeichen für eine grundlegende Trendumkehr. Das ist der zentrale Befund: Nicht die Pandemie hat Armut in Deutschland verursacht oder dramatisch verändert. Aber die Pandemie hat einen bereits problematischen Langzeittrend nicht gebrochen — und sie hat ihn für bestimmte Gruppen weiter verfestigt.

Kurzantwort: Über 80 % der 2021 einkommensarmen Personen waren schon in den vier Vorjahren mindestens einmal arm. 58 % waren dauerhaft arm (3+ Jahre in 4 Jahren). Seit 2016 wächst dauerhafte Armut — ohne Trendumkehr. Die Pandemie hat diesen Trend nicht verursacht, aber für viele Gruppen weiter eingefroren.

Wer am stärksten betroffen ist — und warum

Die Stabilität der Gesamtquote verdeckt extreme Unterschiede zwischen Bevölkerungsgruppen. Für manche hat die Pandemie kaum eine Rolle gespielt. Für andere war sie eine Krise auf einem bereits brüchigen Fundament.

Arbeitslose: Die höchste Armutsquote aller Gruppen

Arbeitslose hatten in den Jahren 2020 bis 2022 eine Armutsquote von 67,1 Prozent. Das ist der höchste Wert aller Bevölkerungsgruppen — deutlich über Alleinerziehenden, jungen Singles oder älteren Singlehaushalten. Wer in der Pandemie seinen Job verlor oder bereits arbeitslos war und keinen neuen fand, stand vor einem erheblichen Einkommenseinbruch. Das Arbeitslosengeld sichert nur einen Teil des früheren Einkommens; wer danach in die Grundsicherung rutschte, hatte ein deutlich niedrigeres Einkommen als vor der Krise.

Junge Alleinlebende — zwischen Ausbildung und Prekarität

Junge Alleinstehende (16–34 Jahre) hatten in den Jahren 2020 bis 2022 eine Armutsquote von rund 29 Prozent — gegenüber 34 Prozent in der Periode 2015–2019 ein leichter Rückgang, aber noch immer auf hohem Niveau. In strukturschwachen Regionen lag der Anteil bei 33 Prozent. In Ostdeutschland waren junge Alleinlebende mit einer Armutsquote von über 36 Prozent besonders stark belastet.

Für viele junge Menschen ist Armut in dieser Lebensphase temporär: Sie endet mit dem Abschluss der Ausbildung oder dem Berufseinstieg. Die Pandemie hat diesen Übergang für viele verzögert — Ausbildungsplätze wurden knapper, Berufseinstiegsmöglichkeiten fielen weg, Nebenjobs brachen ein. Die Armutsdauer dieser Gruppe verlängerte sich.

Kinder und Jugendliche

Kinder zwischen 10 und 19 Jahren hatten in den Jahren 2020 bis 2022 eine Armutsquote von 21,2 Prozent. Das ist ein Wert, der sich im Vergleich zur Vorpandemiezeit kaum verändert hat — was bedeutet: Kinderarmut war vor Corona ein Problem, und sie ist es geblieben. Die besonders exponierten Gruppen — Kinder in Alleinerziehenden-Haushalten — haben durch die Pandemie keine Entlastung erfahren. Im Gegenteil: Kita- und Schulschließungen haben berufliche Einschränkungen für Alleinerziehende verschärft.

Alleinlebende aller Altersgruppen

Alleinlebende Personen hatten 2023 eine Armutsgefährdungsquote von 26,4 Prozent — eine der höchsten aller Haushaltsformen. Einpersonenhaushalte haben keinen zweiten Einkommenstopf, der als Puffer wirkt. Für alleinlebende Personen in strukturschwachen Regionen lag die Quote bei 27,1 Prozent. In Ostdeutschland war der Anteil nochmals höher.

Ostdeutschland: Strukturell erhöhtes Risiko

Die Armutsrisikoquote in Ostdeutschland lag 2020–2022 bei 19,4 Prozent — deutlich über dem Gesamtschnitt von 16,1 Prozent. In einigen Regionen Ostdeutschlands wurde sogar eine Armutsquote von 21,8 Prozent gemessen. Deindustrialisierung, niedrigere Löhne, höhere Langzeitarbeitslosigkeit und fehlende wirtschaftliche Diversifikation prägen diese Regionen strukturell. Die Pandemie hat diese vorhandenen Schwächen nicht erzeugt — aber sie hat verhindert, dass sich der moderate Aufholprozess der Vorjahre fortsetzte.

Kurzantwort: Arbeitslose (67,1 %), junge Alleinstehende (bis 33 % in strukturschwachen Gebieten) und Alleinlebende (26,4 %) tragen die höchsten Armutsquoten. Kinder 10–19 Jahre: 21,2 %. Ostdeutschland: 19,4 % — strukturell dauerhaft erhöht.

Dauerhafte Armut: Wie sie entsteht und warum sie bleibt

Dauerhafte Armut entsteht nicht durch einen einzelnen Schock. Sie entsteht, wenn mehrere Faktoren gleichzeitig wirken: niedriges Einkommen, fehlende Qualifikation, gesundheitliche Einschränkungen, fehlende soziale Netzwerke, ungünstiger Wohnort. Jeder dieser Faktoren für sich wäre zu bewältigen. In Kombination verstärken sie sich gegenseitig und machen den Ausstieg aus der Armut immer unwahrscheinlicher.

Die Armutsdauer variiert mit dem Lebensalter: Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene bis 30 Jahre zeigen häufiger transitorische — also zeitlich begrenzte — Armutserfahrungen. Nach Abschluss der Ausbildung oder dem Berufseinstieg überwinden viele diese Phasen. Selbst in mittleren und höheren Einkommensschichten haben junge Menschen häufiger temporäre Armutsperioden durchlebt.

Anders bei Älteren: Wer im untersten Einkommensbereich älter wird, trägt ein besonders hohes Risiko, dort dauerhaft zu verbleiben. Es gibt keinen Arbeitsmarkt mehr als Ausweg. Die Einkommensquellen sind fixiert — Rente, Grundsicherung, ggf. Wohngeld. Wenn diese nicht reichen, bleibt die Lage bestehen. Dauerhafte Armut im Alter ist deshalb besonders schwer zu durchbrechen.

Die Daten zeigen auch: Stabile Querschnittsquoten können trügen. Wenn die gleiche Quote auf einer anderen Personengruppe lastet — also Menschen länger arm bleiben und seltener herausfinden —, ist das kein Fortschritt. Es ist Stagnation auf hohem Niveau.

Kurzantwort: Dauerhafte Armut entsteht durch das Zusammenspiel von Einkommensschwäche, fehlender Qualifikation, Gesundheit und Wohnort. Junge überwinden Armutsperioden häufiger durch Berufseinstieg. Ältere in Armut bleiben länger, weil der Arbeitsmarkt als Ausweg entfällt. Stabile Gesamtquoten können wachsende Dauerhaftigkeit verdecken.

Was die Stabilität bedeutet — und was sie nicht bedeutet

Die Stabilität der Armutsquoten durch die Pandemie ist ein Erfolg — aber kein Anlass zur Entwarnung. Sie ist ein Erfolg, weil aktive staatliche Politik Millionen Menschen vor dem Einkommensabsturz bewahrt hat. Kurzarbeit, Soforthilfen und erweiterte Grundsicherungen sind Instrumente, die funktioniert haben. Auch die Demokratiezustimmung blieb trotz der einschränkenden Pandemiebekämpfungsmaßnahmen stabil — ein Zeichen für grundlegendes Vertrauen in staatliche Institutionen.

Kein Anlass zur Entwarnung ist die Stabilität, weil sie auf einem strukturell problematischen Niveau stattfindet. 14,4 Prozent Armutsrisikoquote bedeuten: Mehr als jede siebte Person in Deutschland lebt unter der Armutsschwelle. 21,3 Prozent nach AROPE — mehr als jede fünfte — ist von Armut oder sozialer Ausgrenzung bedroht. Und dauerhafte Armut wächst, ohne dass eine Trendwende in Sicht wäre.

Die Frage ist nicht mehr: Hat Corona Armut erzeugt? Die Frage ist: Was muss jetzt passieren, damit dauerhafte Armut zurückgeht? Die Antworten liegen nicht in Krisenreaktionen, sondern in struktureller Sozialpolitik:Löhne, die auch in Niedriglohnbranchen Armut verhindern. Grundsicherungsleistungen, die die tatsächlichen Lebenskosten abdecken. Wohnungspolitik, die einkommensschwachen Haushalten stabilen Wohnraum sichert — und Obdachlosenhilfe für jene, die bereits durch das Netz gefallen sind — mehr dazu im Artikel über Wohnungslosigkeit in Deutschland. Und Bildungspolitik, die verhindert, dass Armut von Generation zu Generation weitergegeben wird.

Kurzantwort: Stabile Armutsquoten durch Corona belegen die Wirksamkeit des deutschen Sozialstaats — aber nicht dessen Ausreichend- keit. Dauerhafte Armut wächst strukturell. Wirksame Antworten liegen in auskömmlichen Löhnen, bedarfsdeckender Grundsicherung, stabiler Wohnungspolitik und präventiver Bildungspolitik.

Quellenangabe

Sozialbericht 2024 der Bundesregierung · Bereitsteller: Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) · Originaldatensatz · Daten wurden für diese Seite redaktionell bearbeitet und aufbereitet.

Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Namensnennung – Version 2.0 (dl-de/by-2-0)

Weitere Quellen: Statistisches Bundesamt (Destatis), SOEP v39 (Sozio-oekonomisches Panel), EU-SILC — Einkommen und Lebensbedingungen, Bundesagentur für Arbeit; Armutsgrenze: 60 % des monatlichen Haushaltsnettoäquivalenzeinkommens (Median); Vergleichsperioden: 2015–2019 und 2020–2022

Stand: 2024

Häufige Fragen

Hat die Coronapandemie die Armut in Deutschland stark erhöht?+

Nein — zumindest nicht in der Gesamtstatistik. Die gesamtdeutsche Armutsrisikoquote veränderte sich zwischen den Perioden 2015–2019 und 2020–2022 kaum. Kurzarbeit, Soforthilfen und erweiterte Sozialleistungen haben einen breiten Einkommensabsturz verhindert. Das gilt jedoch nicht für alle Gruppen gleichermaßen: Wer vor der Pandemie bereits dauerhaft arm war, blieb es — und hatte weniger Ressourcen, die Krise abzupuffern.

Was bedeutet 'dauerhafte Armut' — und warum ist sie gefährlicher als vorübergehende?+

Dauerhafte Armut liegt vor, wenn Menschen über mehrere aufeinanderfolgende Jahre unter der Armutsschwelle bleiben. Von den 2021 einkommensarmen Personen hatten 58 Prozent mindestens drei der vier Vorjahre in Armut verbracht. Das ist bedeutsam: Dauerhafte Armut verfestigt soziale Ausgrenzung, verschlechtert Gesundheit und Bildungschancen und vermindert die Chance, die Lage aus eigener Kraft zu verändern.

Welche Bevölkerungsgruppe ist am stärksten von Armut betroffen?+

Arbeitslose hatten in den Jahren 2020–2022 eine Armutsquote von 67,1 Prozent — mit Abstand die höchste aller Gruppen. Danach folgen junge Alleinstehende (bis zu 33 Prozent in strukturschwachen Gebieten) und Alleinerziehende. Alleinlebende Personen insgesamt hatten 2023 eine Armutsgefährdungsquote von 26,4 Prozent. Kinder zwischen 10 und 19 Jahren lagen 2020–2022 bei 21,2 Prozent.

Warum ist Armut in Ostdeutschland höher als im Westen?+

In Ostdeutschland lag die Armutsrisikoquote 2020–2022 bei 19,4 Prozent gegenüber dem Gesamtdurchschnitt von 16,1 Prozent. Gründe sind strukturelle Nachteile seit der Deindustrialisierung nach 1990: niedrigere Löhne, höhere Arbeitslosigkeit, mehr strukturschwache Regionen. Bestimmte Gruppen — insbesondere junge Alleinlebende und Menschen beim Übergang in den Ruhestand — tragen dort besonders hohe Risiken.

Wird Armut in Deutschland in den nächsten Jahren zunehmen?+

Die Daten deuten darauf hin, dass dauerhafte Armut strukturell hoch bleibt. Seit 2016 gibt es keine grundlegende Trendumkehr bei permanenten Armutsanteilen. Gleichzeitig scheiden die Babyboomer aus dem Arbeitsmarkt aus — viele mit lückenhaften Erwerbsbiografien und niedrigen Rentenansprüchen. Steigende Wohn- und Energiekosten belasten einkommensschwache Haushalte überproportional. Ohne strukturpolitische Eingriffe ist eine Zunahme wahrscheinlich.