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Wohlfahrtsverbände

Deutscher Caritasverband: Aufgaben, Zahlen und Engagement gegen Armut

Der Deutsche Caritasverband ist der Wohlfahrtsverband der katholischen Kirche in Deutschland. Mit 739.410 hauptberuflichen Mitarbeitenden und 25.453 Einrichtungen und Diensten gehört er zu den größten sozialen Trägern des Landes und meldet sich regelmäßig zu Armut und Sozialpolitik zu Wort.

3 Min. Lesezeit

739.410

hauptberufliche Mitarbeitende in Einrichtungen und Diensten der Caritas. Stand: Geschäftsbericht 2023.

25.453

Einrichtungen und Dienste, von der Beratungsstelle bis zur Pflegeeinrichtung. Stand: Geschäftsbericht 2023.

über 1 Mio.

Betten und Plätze in den Einrichtungen der Caritas. Stand: Geschäftsbericht 2023.

6

Spitzenverbände der Wohlfahrtspflege forderten gemeinsam die Rücknahme der geplanten Kürzungen im Bundeshaushalt 2024.

Okt. 2023

23. Delegiertenversammlung in München: einstimmige Annahme des Satzungs-Reformentwurfs.

Kernzahlen 2023

Der Deutsche Caritasverband im Überblick: Zahlen und Struktur

Kurzantwort: Der Deutsche Caritasverband ist der Wohlfahrtsverband der katholischen Kirche in Deutschland. Er zählt 739.410 hauptberufliche Mitarbeitende und 25.453 Einrichtungen und Dienste mit über einer Million Betten und Plätzen (Stand: Geschäftsbericht 2023).

Die Größenordnung macht deutlich, welche Rolle der Verband im deutschen Sozialsystem spielt: 739.410 hauptberufliche Mitarbeitende arbeiten in Einrichtungen und Diensten, die unter dem Dach der Caritas geführt werden. Dazu zählen 25.453 Einrichtungen und Dienste mit über einer Million Betten und Plätzen. Das Spektrum reicht von Pflege und Gesundheit über Kinder- und Jugendhilfe bis zu Beratungsangeboten für Menschen in finanziellen Notlagen.

Die Caritas ist einer von mehreren Spitzenverbänden der Freien Wohlfahrtspflege. Wie diese Verbände insgesamt organisiert sind, welche Aufgaben sie im Sozialstaat übernehmen und worin sie sich unterscheiden, ist auf der übergeordneten Übersicht zu den Wohlfahrtsverbänden in Deutschland dargestellt. Diese Seite konzentriert sich auf den Deutschen Caritasverband selbst.

Engagement gegen Armut: Die Armutswochen

Kurzantwort: Mit den Armutswochen greift die Caritas jedes Jahr ein Schwerpunktthema zu Armut auf. 2023 ging es um Armut im öffentlichen Raum, 2024 um die Frage „Wem gehört die Stadt?".

Die Armutswochen sind ein wiederkehrendes Format, mit dem der Verband öffentlich auf Armutslagen aufmerksam macht. 2023 richteten der Deutsche Caritasverband, der Sozialdienst katholischer Frauen und der SKM Bundesverband ihr Augenmerk auf Armut im öffentlichen Raum. Damit rückten Menschen in den Blick, deren Armut sichtbar wird, weil sie sich auf Straßen, Plätzen und in Bahnhöfen aufhalten müssen.

2024 stand das Thema „Wem gehört die Stadt?" im Mittelpunkt. Die Frage zielt darauf, wer öffentliche Räume nutzen kann und wer aus ihnen verdrängt wird. Der Zusammenhang zu Wohnungslosigkeit in Deutschland liegt dabei nahe: Wer keine Wohnung hat, ist auf öffentliche Räume angewiesen.

Politische Positionen und Forderungen

Kurzantwort: Die Caritas forderte gemeinsam mit fünf weiteren Spitzenverbänden die Rücknahme geplanter Kürzungen bei der Wohlfahrtspflege im Bundeshaushalt 2024. Zur Suizidassistenz verlangt sie eine gesetzliche Regulierung und eine bessere Suizidprävention.

Beim Bundeshaushalt 2024 traten sechs Verbände einmütig gemeinsam auf: der Deutsche Caritasverband, die AWO, das Deutsche Rote Kreuz, die Diakonie Deutschland, der Paritätische Gesamtverband und die Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland. Sie forderten, die geplanten Kürzungen bei der Wohlfahrtspflege zurückzunehmen. Solche Mittel finanzieren unter anderem Beratungs- und Unterstützungsangebote, die Menschen in Armut direkt erreichen.

Ein zweites Feld ist die Suizidassistenz. Der Deutsche Caritasverband bezog gemeinsam mit dem Katholischen Büro Stellung zu zwei Gesetzentwürfen zur Neuregelung der Suizidassistenz. Der Verband fordert eine gesetzliche Regulierung sowie eine nachhaltige Verbesserung der Suizidprävention.

Organisationsreform: Satzungsreform 2022/2023

Kurzantwort: Der Verband hat im Mai 2022 eine Satzungsreform angestoßen. Der Reformentwurf wurde im Oktober 2023 bei der 23. Delegiertenversammlung in München einstimmig angenommen.

Im Mai 2022 brachte der Deutsche Caritasverband eine Satzungsreform auf den Weg. Die Satzung regelt, wie ein Verband aufgebaut ist, wer welche Entscheidungen trifft und wie Mitglieder beteiligt werden. Der Reformentwurf wurde bei der 23. Delegiertenversammlung, die vom 10. bis 12. Oktober 2023 in München stattfand, einstimmig angenommen.

Was das für Menschen in Armut bedeutet

Kurzantwort: Die Caritas ist mit 25.453 Einrichtungen und Diensten vor Ort präsent. Welche Hilfe erreichbar ist, klärt man am zuverlässigsten über den örtlichen Caritasverband am Wohnort.

Für Menschen in einer finanziellen Notlage ist zunächst entscheidend, wo Unterstützung erreichbar ist. Die Caritas ist über 25.453 Einrichtungen und Dienste in ganz Deutschland vertreten. Die Trägerschaft ist dabei nicht zentral organisiert: Der Deutsche Caritasverband ist der Bundesverband, während die konkreten Angebote von Diözesan-, Orts- und Kreisverbänden sowie von angeschlossenen Fachverbänden und Rechtsträgern verantwortet werden.

Daraus folgt praktisch: Welche Beratung, welche Hilfe und welche Ansprechperson erreichbar sind, unterscheidet sich von Region zu Region. Die Zuständigkeit klärt man am zuverlässigsten über den örtlichen Caritasverband am Wohnort. Er kann sagen, welche Angebote es vor Ort gibt, ob eine Anmeldung nötig ist und an welche Fachstelle weiterverwiesen wird. Allgemeine Hintergründe zu Ursachen und Ausmaß von Armut sind in der Übersicht Armut in Deutschland zusammengefasst.

Die politische Arbeit des Verbands wirkt indirekt: Wenn Mittel für die Wohlfahrtspflege gekürzt werden, betrifft das auch Beratungsangebote, die von Armut betroffene Menschen nutzen. Deshalb sind Haushaltsdebatten für die Verbände kein Randthema.

Häufige Fragen

Was ist der Deutsche Caritasverband?+

Der Deutsche Caritasverband ist der Wohlfahrtsverband der katholischen Kirche in Deutschland und einer der großen Träger sozialer Arbeit im Land. Zu ihm gehören 739.410 hauptberufliche Mitarbeitende und 25.453 Einrichtungen und Dienste mit über einer Million Betten und Plätzen (Stand: Geschäftsbericht 2023).

Was sind die Armutswochen der Caritas?+

Die Armutswochen sind ein jährlich wiederkehrendes Format, mit dem der Verband ein Schwerpunktthema zu Armut in die Öffentlichkeit trägt. 2023 richteten der Deutsche Caritasverband, der Sozialdienst katholischer Frauen und der SKM Bundesverband ihr Augenmerk auf Armut im öffentlichen Raum. 2024 lautete das Thema „Wem gehört die Stadt?".

Welche Position vertritt die Caritas zu Kürzungen in der Wohlfahrtspflege?+

Der Deutsche Caritasverband hat gemeinsam mit der AWO, dem Deutschen Roten Kreuz, der Diakonie Deutschland, dem Paritätischen Gesamtverband und der Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland einmütig gefordert, die geplanten Kürzungen bei der Wohlfahrtspflege im Bundeshaushalt 2024 zurückzunehmen.

Welche Haltung hat die Caritas zur Suizidassistenz?+

Der Deutsche Caritasverband hat gemeinsam mit dem Katholischen Büro zu zwei Gesetzentwürfen zur Neuregelung der Suizidassistenz Stellung bezogen. Er fordert eine gesetzliche Regulierung der Suizidassistenz und zugleich eine nachhaltige Verbesserung der Suizidprävention.

Was hat sich durch die Satzungsreform geändert?+

Der Verband brachte die Satzungsreform im Mai 2022 auf den Weg. Der Reformentwurf wurde bei der 23. Delegiertenversammlung vom 10. bis 12. Oktober 2023 in München einstimmig angenommen. Die Satzung legt fest, wie der Verband aufgebaut ist und wie Entscheidungen getroffen werden.

Wie finde ich ein Caritas-Angebot in meiner Nähe?+

Die Angebote der Caritas werden nicht zentral gesteuert, sondern von Diözesan-, Orts- und Kreisverbänden sowie angeschlossenen Fachverbänden und Rechtsträgern verantwortet. Welche Beratung oder Hilfe erreichbar ist, unterscheidet sich deshalb regional. Die Zuständigkeit klärt man am besten direkt beim örtlichen Caritasverband am Wohnort.