Stadtteilentwicklung
RISE in Hamburg: Stadtteilentwicklung gegen Armut im Quartier
RISE steht für Rahmenprogramm Integrierte Stadtteilentwicklung. Hamburg fördert damit Quartiere mit besonderem sozialem Unterstützungsbedarf — 2024 waren es 28 Quartiere, in die rund 58,9 Millionen Euro öffentliche Mittel flossen.
28
Quartiere in Hamburg waren 2024 RISE-Fördergebiete.
58,9 Mio. €
öffentliche Mittel wurden 2024 insgesamt in den 28 RISE-Quartieren eingesetzt.
31,5 Mio. €
davon waren 2024 reine RISE-Mittel des Förderprogramms.
7,9 %
der Statistischen Gebiete in RISE-Fördergebieten zeigten 2024 eine positive Dynamik — im übrigen Stadtgebiet 4,2 Prozent.
74,2 %
aller statusniedrigen Statistischen Gebiete lagen 2024 in aktuellen oder ehemaligen RISE-Fördergebieten — auf die aktuellen Gebiete allein entfallen 46,4 Prozent.
Was ist das RISE-Programm und wie funktioniert es?
Kurz gesagt: RISE ist Hamburgs Rahmenprogramm Integrierte Stadtteilentwicklung. Es bündelt öffentliche Mittel für Stadtteile mit erkennbarem sozialem Unterstützungsbedarf. 2024 umfasste das Programm 28 Quartiere.
Der Ansatz von RISE ist gebietsbezogen. Gefördert wird nicht eine einzelne Person und auch nicht eine einzelne Einrichtung, sondern ein räumlich abgegrenztes Quartier. Grundgedanke: Wo sich soziale Belastungen räumlich häufen, sollen Mittel gebündelt und über mehrere Jahre eingesetzt werden, statt verstreut in Einzelmaßnahmen zu versickern.
Das Wort „integriert" beschreibt dabei den Kern des Programms: Verschiedene öffentliche Mittelquellen fließen in dasselbe Gebiet. Deshalb liegen die insgesamt eingesetzten öffentlichen Mittel in den RISE-Quartieren deutlich höher als die reinen RISE-Mittel — 2024 rund 58,9 Millionen Euro gegenüber 31,5 Millionen Euro.
Welche Gebiete als förderbedürftig gelten, ergibt sich in Hamburg aus dem Sozialmonitoring. Es bewertet die soziale Lage auf der kleinräumigen Ebene der Statistischen Gebiete und unterscheidet dabei zwischen dem Status eines Gebiets und seiner Dynamik, also der Veränderung über die Zeit. Aus dieser Betrachtung lassen sich Quartiere mit besonderem Unterstützungsbedarf identifizieren.
RISE-Fördergebiete in Hamburg: Übersicht und Beispiele
Kurz gesagt: 2024 gab es 28 aktuelle RISE-Fördergebiete. Sie verteilen sich über das Stadtgebiet und bilden räumliche Schwerpunkte, unter anderem am Südöstlichen Stadtrand, in Wilhelmsburg und in Harburg. Daneben gibt es ehemalige Fördergebiete, deren Förderphase abgeschlossen ist.
Am Südöstlichen Stadtrand liegen die aktuellen RISE-Fördergebiete Bergedorf-West, Zentrum Bergedorf und Neuallermöhe. Als ehemaliges Fördergebiet ist dort der Mittlere Landweg ausgewiesen.
Das räumliche Cluster Wilhelmsburg umfasst unter anderem die RISE-Fördergebiete Veddel und Wilhelmsburg-Ost.
Zum Cluster Harburg gehören unter anderem die aktuellen Fördergebiete Wilstorf/Reeseberg, Harburger Innenstadt/Eißendorf-Ost sowie Harburger Binnenhafen/Neuland-Nordwest.
Der Unterschied zwischen aktuellen und ehemaligen Gebieten ist für die Bewertung des Programms wichtig. Ein ehemaliges Fördergebiet bedeutet nicht automatisch, dass die soziale Lage dort unauffällig geworden ist. Es bedeutet zunächst, dass die Förderphase beendet ist. Wie stark ehemalige Gebiete weiterhin belastet sind, zeigt sich an der Verteilung der statusniedrigen Statistischen Gebiete.
Finanzierung: Wie viel Geld fließt in RISE-Quartiere?
Kurz gesagt: 2024 wurden in den 28 RISE-Quartieren rund 58,9 Millionen Euro öffentliche Mittel eingesetzt. Davon waren rund 31,5 Millionen Euro reine RISE-Mittel.
Die beiden Zahlen beschreiben zwei unterschiedliche Dinge. Die 31,5 Millionen Euro sind das Geld aus dem Förderprogramm selbst. Die 58,9 Millionen Euro umfassen darüber hinaus weitere öffentliche Mittel, die 2024 in denselben Quartieren eingesetzt wurden. Rund die Hälfte des Geldes, das in den Fördergebieten wirksam wurde, stammte 2024 also aus anderen öffentlichen Quellen als dem RISE-Etat.
Rein rechnerisch — der Sozialbericht weist diesen Wert nicht selbst aus — entfallen bei 28 Quartieren auf ein Quartier im Durchschnitt gut zwei Millionen Euro öffentliche Mittel im Jahr. Diese Durchschnittsbetrachtung sagt allerdings nichts über die tatsächliche Verteilung: Große Gebiete mit umfangreichen Vorhaben binden mehr Mittel als kleine.
Für die Einordnung im Kontext der Armutsbekämpfung ist entscheidend, dass es sich um investive und projektbezogene Mittel im Raum handelt und nicht um Einkommen für Haushalte. Existenzsichernde Leistungen laufen in Deutschland über andere Wege.
Wirkt RISE? Soziale Dynamik in Fördergebieten im Vergleich
Kurz gesagt: Die Daten zeigen ein gemischtes Bild. 2024 wiesen 7,9 Prozent der Statistischen Gebiete in RISE-Fördergebieten eine positive Dynamik auf, im übrigen Stadtgebiet waren es 4,2 Prozent. Gleichzeitig lagen 2024 46,4 Prozent aller statusniedrigen Statistischen Gebiete in aktuellen RISE-Fördergebieten; zusammen mit ehemaligen Fördergebieten waren es 74,2 Prozent.
Die erste Zahl spricht für das Programm: In den geförderten Quartieren verbesserte sich die soziale Lage 2024 fast doppelt so häufig wie im Rest der Stadt. Positive Dynamik heißt dabei, dass sich Kennwerte eines Gebiets gegenüber dem Vorzeitraum verbessert haben.
Die zweite Zahl zeigt die andere Seite. Wenn 2024 rund drei Viertel aller statusniedrigen Statistischen Gebiete in aktuellen oder ehemaligen RISE-Gebieten lagen, dann konzentriert sich die Förderung sehr genau dort, wo die Belastung am höchsten ist. Das ist zunächst ein Beleg für eine treffsichere Gebietsauswahl. Es zeigt aber auch, dass die Förderung die soziale Benachteiligung in diesen Quartieren nicht aufgelöst hat.
Aus beiden Zahlen zusammen lässt sich keine einfache Erfolgs- oder Misserfolgsmeldung ableiten. Ein Unterschied in der Dynamik ist kein Kausalnachweis: Er belegt nicht, dass allein RISE die Verbesserung ausgelöst hat. Genauso wenig widerlegt der hohe Anteil statusniedriger Gebiete die Wirkung des Programms — er beschreibt vor allem den Ausgangspunkt.
Was RISE für Betroffene bedeutet
Kurz gesagt: RISE ist ein gebietsbezogenes Programm und keine individuelle Sozialleistung. Die Mittel fließen in Vorhaben im Quartier, nicht an einzelne Personen. Für individuelle Hilfen bleiben Bürgergeld, Wohngeld, Kinderzuschlag und Sozialhilfe maßgeblich.
Wer in einem RISE-Fördergebiet wohnt, erhält dadurch also kein zusätzliches Geld und keinen zusätzlichen Leistungsanspruch. Ein Antrag auf RISE-Mittel durch Privatpersonen ist nicht vorgesehen, weil das Programm auf der Ebene des Quartiers ansetzt.
Wer Unterstützung für den eigenen Haushalt sucht, ist deshalb auf die individuellen Sozialleistungen angewiesen: Bürgergeld nach dem Zweiten Buch Sozialgesetzbuch, Sozialhilfe nach dem Zwölften Buch Sozialgesetzbuch, Wohngeld nach dem Wohngeldgesetz und der Kinderzuschlag nach dem Bundeskindergeldgesetz. Diese Ansprüche bestehen unabhängig davon, ob der Wohnort in einem Fördergebiet liegt.
Quartiersarmut im Städtevergleich: Berlin und bundesweite Projekte
Kurzantwort: Hamburg ist mit RISE kein Einzelfall: Auch Berlin steuert Armut kleinräumig über Quartiersansätze, und bundesweit gibt es Projekte, die Teilhabe direkt im Wohnumfeld ansetzen. Gemeinsam ist allen Ansätzen, dass sie ein Gebiet fördern und nicht einzelne Haushalte.
Armut ist in Großstädten ungleich über das Stadtgebiet verteilt. Deshalb arbeiten mehrere Städte mit gebietsbezogenen Programmen, die dort ansetzen, wo sich soziale Belastungen räumlich häufen. Der Vergleich zwischen Hamburg und Berlin zeigt, wie ähnlich die Ausgangslage ist — und wie unterschiedlich die Schwerpunkte gesetzt werden.
Berlin: Kinderarmut konzentriert sich in einzelnen Quartieren
In Berlin fällt die räumliche Ungleichheit besonders bei Kindern auf. Im Bezirk Neukölln lebt ein erheblicher Teil der Kinder in Haushalten, die auf Leistungen der Grundsicherung angewiesen sind. Die Werte liegen dort deutlich über dem Berliner Durchschnitt, und innerhalb des Bezirks unterscheiden sich einzelne Quartiere noch einmal stark voneinander.
Für Familien bedeutet das mehr als ein knappes Haushaltsbudget. Wenn viele Kinder in einem Quartier unter ähnlichen Bedingungen aufwachsen, verschieben sich auch die Rahmenbedingungen in Kitas, Schulen und Vereinen. Genau hier setzen Quartiersprogramme an: Sie stärken Einrichtungen im Gebiet, statt einzelne Familien mit Geldleistungen zu unterstützen.
Umweltbelastungen treffen arme Quartiere häufiger
Ein zweiter Zusammenhang, der in beiden Städten sichtbar wird: Quartiere mit hoher sozialer Belastung sind häufiger auch stärker durch Umwelteinflüsse belastet. Dazu gehören Lärm von Hauptverkehrsstraßen, schlechtere Luftqualität, wenig Grünflächen und stärkere Hitzebelastung in dicht bebauten Lagen.
Für Betroffene summieren sich diese Faktoren. Wer eine kleine Wohnung an einer laut befahrenen Straße bewohnt und keinen Zugang zu einem kühlen Grünraum in der Nähe hat, ist im Sommer stärker belastet als ein Haushalt in einer durchgrünten Lage. Weil ein Umzug Geld kostet und der Wohnungsmarkt in beiden Städten angespannt ist, lässt sich diese Belastung individuell kaum ausweichen. Deshalb gehören Aufwertungen des Wohnumfelds — Grünflächen, Spielplätze, Lärmschutz, Aufenthaltsqualität im öffentlichen Raum — zum Kern vieler Quartiersprogramme.
Teilhabe XXL und GAP: Projekte im Wohnumfeld
Neben den städtischen Rahmenprogrammen arbeiten Projekte direkt an der Teilhabe im Quartier. Unter Bezeichnungen wie Teilhabe XXL und GAP laufen Vorhaben, die Angebote dorthin bringen, wo Menschen wohnen: in Nachbarschaftstreffs, Stadtteilzentren, Schulen und Beratungsstellen. Der Grundgedanke ist derselbe wie bei RISE — kurze Wege senken die Schwelle, ein Angebot überhaupt zu nutzen.
Solche Projekte ersetzen keine Sozialleistung. Sie können aber den Zugang zu Leistungen verbessern, weil Beratung, Begleitung bei Anträgen und Angebote für Kinder und Jugendliche im eigenen Stadtteil erreichbar sind. Für Haushalte ohne Auto und mit knappem Budget ist das ein wesentlicher Unterschied.
Was der Vergleich zeigt
- Räumliche Konzentration ist die Regel, nicht die Ausnahme. In Hamburg lagen 2024 rund drei Viertel aller statusniedrigen Statistischen Gebiete in aktuellen oder ehemaligen RISE-Gebieten. In Berlin zeigt sich die Konzentration besonders deutlich bei der Kinderarmut in einzelnen Bezirken.
- Belastungen überlagern sich. Niedriges Einkommen, enge Wohnverhältnisse und Umweltbelastungen treten häufig im selben Quartier auf.
- Gebietsförderung wirkt indirekt. Sie verändert Infrastruktur und Angebote, nicht das Haushaltseinkommen. Für die Einkommenssicherung bleiben die individuellen Sozialleistungen zuständig.
RISE-Mittel und Quartiersstatus 2024 im Überblick
Kurzantwort: 2024 flossen in die 28 RISE-Quartiere rund 58,9 Millionen Euro öffentliche Mittel, davon rund 31,5 Millionen Euro aus dem RISE-Programm selbst. Der Quartiersstatus wird über das Sozialmonitoring bestimmt, das Status und Dynamik der Statistischen Gebiete getrennt bewertet.
Wer die RISE-Zahlen 2024 einordnen will, sollte drei Größen auseinanderhalten: die Zahl der Quartiere, die eingesetzten Mittel und den sozialen Status der Gebiete.
| Kennwert 2024 | Wert | Bedeutung |
|---|---|---|
| Aktuelle Fördergebiete | 28 Quartiere | Räumlich abgegrenzte Gebiete mit besonderem sozialem Unterstützungsbedarf |
| Öffentliche Mittel insgesamt | rund 58,9 Mio. € | Alle öffentlichen Mittel, die 2024 in den Fördergebieten wirksam wurden |
| Davon RISE-Mittel | rund 31,5 Mio. € | Geld aus dem Förderprogramm selbst |
| Positive Dynamik | 7,9 % der Gebiete | Im übrigen Stadtgebiet 4,2 Prozent |
| Statusniedrige Gebiete in RISE-Gebieten | 74,2 % | Aktuelle Gebiete allein: 46,4 Prozent |
Warum zwei Mittelsummen genannt werden
Die Differenz zwischen 58,9 und 31,5 Millionen Euro ist kein Rechenfehler, sondern das Prinzip des Programms. „Integriert" bedeutet, dass mehrere öffentliche Mittelquellen im selben Gebiet gebündelt werden. Rund die Hälfte des Geldes, das 2024 in den Fördergebieten wirksam wurde, stammte damit nicht aus dem RISE-Etat, sondern aus anderen öffentlichen Haushalten.
Wie der Quartiersstatus zustande kommt
Grundlage ist das Hamburger Sozialmonitoring. Es bewertet die soziale Lage auf der kleinräumigen Ebene der Statistischen Gebiete und unterscheidet zwei Dimensionen:
- Status: Wie ist die soziale Lage eines Gebiets im Vergleich zur Gesamtstadt? Gebiete am unteren Ende gelten als statusniedrig.
- Dynamik: Wie hat sich das Gebiet gegenüber dem Vorzeitraum verändert? Eine positive Dynamik bedeutet Verbesserung der Kennwerte.
Ein Gebiet kann also statusniedrig und positiv dynamisch sein — es startet auf niedrigem Niveau und verbessert sich. Genau diese Kombination ist die typische Situation in vielen RISE-Quartieren und der Grund, warum sich aus einzelnen Prozentwerten kein einfaches Urteil über das Programm ableiten lässt.
Wichtig für die Einordnung: Ein ehemaliges Fördergebiet ist nicht automatisch ein Gebiet ohne Probleme. Der Status „ehemalig" sagt zunächst nur, dass die Förderphase beendet ist. Dass 2024 zusammen mit den ehemaligen Gebieten 74,2 Prozent aller statusniedrigen Statistischen Gebiete in RISE-Kulisse lagen — gegenüber 46,4 Prozent in den aktuellen Gebieten allein — zeigt, dass soziale Belastung nach Programmende weiter bestehen kann.
Was Betroffene aus dem Quartiersvergleich mitnehmen können
Kurzantwort: Gebietsförderung verbessert Infrastruktur und Angebote im Stadtteil, nicht das Haushaltseinkommen. Wer finanzielle Unterstützung braucht, muss die individuellen Sozialleistungen beantragen — unabhängig davon, ob der Wohnort in einem Fördergebiet liegt.
Der Vergleich zwischen Hamburg, Berlin und bundesweiten Projekten führt für Betroffene zu einer klaren Trennung: Quartiersprogramme und individuelle Sozialleistungen sind zwei verschiedene Systeme.
Was Quartiersprogramme leisten können
- Angebote in Gehweite: Nachbarschaftstreffs, Beratung, Angebote für Kinder und Jugendliche
- Verbesserungen im Wohnumfeld: Grünflächen, Spielplätze, Aufenthaltsqualität, Lärmschutz
- Bessere Erreichbarkeit von Hilfe, weil kurze Wege die Schwelle senken
Was sie nicht leisten
- Kein zusätzliches Geld für den Haushalt
- Keinen zusätzlichen Leistungsanspruch
- Keine Antragsmöglichkeit für Privatpersonen — die Programme setzen auf Gebietsebene an
Wohin für individuelle Hilfe
Für die Sicherung des Einkommens und der Wohnkosten sind weiterhin die gesetzlichen Leistungen zuständig:
- Bürgergeld nach dem Zweiten Buch Sozialgesetzbuch beim Jobcenter
- Sozialhilfe nach dem Zwölften Buch Sozialgesetzbuch beim Sozialamt
- Wohngeld nach dem Wohngeldgesetz bei der Wohngeldstelle
- Kinderzuschlag nach dem Bundeskindergeldgesetz bei der Familienkasse
Diese Ansprüche bestehen unabhängig vom Wohnort. Wer in einem Fördergebiet lebt, findet Beratung zu diesen Leistungen aber oft leichter, weil Stadtteilzentren und Beratungsstellen im Quartier gefördert werden. Das ist der praktische Nutzen der Gebietsförderung für Betroffene: nicht mehr Geld, aber ein besserer Zugang zu Hilfe.
Häufige Fragen
Was bedeutet RISE in Hamburg?+
RISE steht für Rahmenprogramm Integrierte Stadtteilentwicklung. Es ist ein städtisches Förderprogramm für Quartiere mit besonderem sozialem Unterstützungsbedarf. 2024 umfasste es 28 Quartiere.
Wie viele RISE-Fördergebiete gibt es in Hamburg?+
2024 waren 28 Quartiere aktuelle RISE-Fördergebiete. Daneben gibt es ehemalige Fördergebiete, deren Förderphase abgeschlossen ist — zum Beispiel den Mittleren Landweg am Südöstlichen Stadtrand.
Wie viel Geld erhalten RISE-Gebiete?+
2024 wurden in den 28 RISE-Quartieren rund 58,9 Millionen Euro öffentliche Mittel eingesetzt. Davon waren rund 31,5 Millionen Euro reine RISE-Mittel aus dem Förderprogramm selbst.
Verbessert RISE die soziale Lage in den Fördergebieten wirklich?+
Die Datenlage ist gemischt. 2024 wiesen 7,9 Prozent der Statistischen Gebiete in RISE-Fördergebieten eine positive Dynamik auf, im übrigen Stadtgebiet 4,2 Prozent. Zugleich lagen 2024 46,4 Prozent aller statusniedrigen Statistischen Gebiete in aktuellen RISE-Gebieten, zusammen mit ehemaligen Gebieten 74,2 Prozent. Die Förderung erreicht also gezielt die belasteten Quartiere, hat deren Benachteiligung aber nicht aufgehoben.
Welche Stadtteile gehören zu den RISE-Fördergebieten?+
Am Südöstlichen Stadtrand sind es Bergedorf-West, Zentrum Bergedorf und Neuallermöhe. Zum Cluster Wilhelmsburg gehören unter anderem Veddel und Wilhelmsburg-Ost. Im Cluster Harburg zählen unter anderem Wilstorf/Reeseberg, Harburger Innenstadt/Eißendorf-Ost sowie Harburger Binnenhafen/Neuland-Nordwest dazu.
Kann ich RISE-Mittel persönlich beantragen?+
Nein. RISE ist ein gebietsbezogenes Programm und keine individuelle Sozialleistung. Die Mittel fließen in Vorhaben im Quartier, nicht an Einzelpersonen. Für individuelle Unterstützung sind Bürgergeld, Sozialhilfe, Wohngeld und der Kinderzuschlag maßgeblich.
Gibt es Programme wie RISE auch in anderen Städten?+
Ja. Auch Berlin steuert Armutsbekämpfung kleinräumig über Quartiersansätze, und bundesweit gibt es Projekte wie Teilhabe XXL oder GAP, die Angebote direkt im Wohnumfeld ansetzen. Die Programme unterscheiden sich in Name, Zuschnitt und Trägerschaft, folgen aber demselben Grundgedanken: Gefördert wird ein Gebiet, nicht ein einzelner Haushalt.
Warum sind arme Quartiere häufiger von Umweltbelastungen betroffen?+
Quartiere mit hoher sozialer Belastung liegen häufiger an Hauptverkehrsstraßen, sind dichter bebaut und haben weniger Grünflächen. Daraus folgen mehr Lärm, schlechtere Luft und stärkere Hitzebelastung im Sommer. Weil Umzüge Geld kosten und der Wohnungsmarkt angespannt ist, lässt sich dieser Belastung individuell kaum ausweichen. Deshalb gehört die Aufwertung des Wohnumfelds zum Kern vieler Quartiersprogramme.
Was bedeutet RISE in Hamburg?+
RISE steht für Rahmenprogramm Integrierte Stadtteilentwicklung. Es ist ein städtisches Förderprogramm für Quartiere mit besonderem sozialem Unterstützungsbedarf. 2024 umfasste es 28 Quartiere.
Wie viele RISE-Fördergebiete gibt es in Hamburg?+
2024 waren 28 Quartiere aktuelle RISE-Fördergebiete. Daneben gibt es ehemalige Fördergebiete, deren Förderphase abgeschlossen ist — zum Beispiel den Mittleren Landweg am Südöstlichen Stadtrand.
Wie viel Geld erhalten RISE-Gebiete?+
2024 wurden in den 28 RISE-Quartieren rund 58,9 Millionen Euro öffentliche Mittel eingesetzt. Davon waren rund 31,5 Millionen Euro reine RISE-Mittel aus dem Förderprogramm selbst. Die übrigen Mittel stammten aus anderen öffentlichen Quellen.
Kann ich als Privatperson RISE-Mittel beantragen?+
Nein. RISE ist ein gebietsbezogenes Programm und keine individuelle Sozialleistung. Ein Antrag durch Privatpersonen ist nicht vorgesehen. Für den eigenen Haushalt sind Bürgergeld, Sozialhilfe, Wohngeld und Kinderzuschlag die zuständigen Leistungen.