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Wohnen im Alter

Barrierearmes Wohnen in Deutschland: Die aktuellen Zahlen 2024

Nur 15,5 Prozent der 45- bis 90-Jährigen in Deutschland leben in einer barrierearmen Wohnung – obwohl der Bedarf mit dem Alter deutlich steigt.

2 Min. Lesezeit2 Quellen

15,5 %

So viele der 45- bis 90-Jährigen in Deutschland lebten 2023 in einer barrierearmen Wohnung.

28,4 %

Bei den 80- bis 90-Jährigen ist der Anteil am höchsten – trotzdem lebt auch hier die Mehrheit nicht barrierearm.

17,3 % vs. 13,6 %

Frauen leben etwas häufiger barrierearm als Männer, ohne dass der Unterschied groß ausfällt.

17,2 % vs. 15,1 %

In Ostdeutschland ist der Anteil barrierearmer Wohnungen etwas höher als in Westdeutschland.

halb so oft

Menschen mit Wohneigentum leben nur etwa halb so oft barrierearm wie Mieterinnen und Mieter.

Wie viele Menschen leben in Deutschland barrierearm? Die aktuellen Zahlen

Kurzantwort: 2023 lebten nur 15,5 Prozent der 45- bis 90-Jährigen in Deutschland in einer barrierearmen Wohnung, mit deutlichem Anstieg nach Alter.

Barrierefreiheit im Wohnbereich gewinnt mit zunehmendem Alter der Bevölkerung an Bedeutung: Mobilitätseinschränkungen und andere gesundheitliche Probleme erschweren das Leben in herkömmlichen Wohnungen. Trotzdem lebte 2023 nur ein kleiner Teil der 45- bis 90-Jährigen tatsächlich barrierearm.

Der Anteil steigt mit dem Alter deutlich an, bleibt aber selbst bei den Hochaltrigen unter einem Drittel:

  • 45 bis 64 Jahre: 11,5 %
  • 65 bis 79 Jahre: 18,1 %
  • 80 bis 90 Jahre: 28,4 %

Auch wer über 80 Jahre alt ist, lebt also mehrheitlich nicht barrierearm – obwohl in diesem Alter Mobilitätsprobleme besonders häufig auftreten. Weiterführende Informationen zur Wohnsituation Hochaltriger finden sich im Beitrag zur Wohnsituation hochaltriger Menschen in Deutschland.

Wer lebt besonders selten barrierearm? Unterschiede nach Geschlecht, Region, Bildung und Einkommen

Kurzantwort: Frauen und Menschen in Ostdeutschland leben etwas häufiger barrierearm; nach Bildungsabschluss zeigt sich kein einheitlicher Trend.

Barrierearmes Wohnen lässt sich auch nach sozialen Merkmalen aufschlüsseln. Frauen lebten mit 17,3 Prozent etwas häufiger barrierearm als Männer mit 13,6 Prozent.

Zwischen den Regionen zeigt sich ein leichter Unterschied: In Ostdeutschland lebten 17,2 Prozent barrierearm, in Westdeutschland 15,1 Prozent.

Nach Bildungsabschluss ergibt sich kein eindeutiger Trend: Menschen ohne Abschluss oder mit Hauptschulabschluss lebten zu 16,3 Prozent barrierearm, Menschen mit mittlerem Abschluss zu 13,9 Prozent und Menschen mit (Fach-)Hochschulreife zu 16,6 Prozent. Die mittlere Bildungsgruppe weist damit den niedrigsten Anteil auf, nicht die Gruppe mit dem höchsten oder niedrigsten Bildungsabschluss. Die Anteile unterscheiden sich also zwischen den Gruppen, ohne einen einfachen linearen Zusammenhang mit dem Bildungsniveau zu zeigen.

Auch beim Einkommen sind die Unterschiede gering: Armutsgefährdete Menschen (weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens) lebten zu 16,6 Prozent barrierearm, Menschen mit mittlerem Einkommen zu 15,0 Prozent. Mehr zum Zusammenhang zwischen Alter und Einkommensarmut zeigt der Beitrag zur Altersarmut in Deutschland.

Wohneigentum vs. Miete: Wer profitiert von barrierearmem Wohnraum?

Kurzantwort: Mieterinnen und Mieter leben deutlich häufiger barrierearm als Menschen mit Wohneigentum – vor allem, weil viele Einfamilienhäuser mehrere Etagen ohne barrierearme Anpassung haben.

Ein deutlicher Unterschied zeigt sich beim Wohnstatus: Menschen mit Wohneigentum lebten nur etwa halb so oft barrierearm wie Menschen, die zur Miete wohnen. Das lässt sich vor allem mit der Bauweise vieler Eigenheime erklären: Ein- und Zweifamilienhäuser mit mehreren Etagen sind oft nicht barrierearm gestaltet.

Viele ältere Menschen, die schon lange im eigenen Haus wohnen, haben sich an ihre Wohnbedingungen gewöhnt. Umbauten scheitern mitunter auch daran, dass Kosten und Aufwand dafür im Alter schwer aufzubringen sind.

Auch gesundheitliche Einschränkungen verändern das Bild kaum grundlegend: Menschen mit gesundheitlichen Einschränkungen lebten mit 19 Prozent zwar überdurchschnittlich oft barrierearm – die große Mehrheit von 81 Prozent wohnte jedoch weiterhin nicht barrierearm. Wer sich für die finanzielle Belastung durch Miete interessiert, findet mehr dazu im Beitrag zu Wohnkosten und Mietbelastung in Deutschland.

Was misst der Mikrozensus 'Zusatzprogramm Wohnen' eigentlich?

Kurzantwort: Das Zusatzprogramm Wohnen ist ein Teil des Mikrozensus, der seit 2020 alle vier Jahre erhoben wird; die aktuellen Zahlen haben den Stand 31. März 2023.

Die Daten zum barrierearmen Wohnen stammen aus dem Zusatzprogramm Wohnen des Mikrozensus, der amtlichen Haushaltsbefragung des Statistischen Bundesamts. Dieses Zusatzprogramm wird seit der Neugestaltung des Mikrozensus im Jahr 2020 alle vier Jahre durchgeführt.

Die aktuell verfügbaren Ergebnisse haben den Aufbereitungsstand 31. März 2023. Wer sich allgemein für die Methodik des Mikrozensus interessiert, findet ergänzende Hintergründe im Beitrag Mikrozensus 2023: Wie Deutschland Einwanderung und Bevölkerung misst.

Quellen

  • Sozialbericht 2024 (Destatis/DIW, 18. Ausgabe) — Kapitel 2.7.2 Wohnen
  • Sozialbericht berlin 2025

Häufige Fragen

Was bedeutet 'barrierearmes Wohnen' genau?+

Barrierearmes Wohnen bezeichnet Wohnungen mit reduzierten baulichen Hindernissen, etwa ohne Stufen oder mit breiteren Türen. Der Begriff wird bewusst von vollständiger Barrierefreiheit unterschieden, die weitergehende Anpassungen wie ebenerdige Duschen und stufenlose Zugänge umfasst.

Warum leben so wenige Menschen im Alter barrierearm?+

Ein wichtiger Grund liegt in der Bauweise: Viele ältere Menschen wohnen in Ein- oder Zweifamilienhäusern mit mehreren Etagen, die oft nicht barrierearm gestaltet sind. Umbauten unterbleiben häufig, weil Kosten und Aufwand im Alter schwer zu stemmen sind oder weil man sich an die bestehenden Wohnbedingungen gewöhnt hat.

Gibt es Unterschiede zwischen Ost- und Westdeutschland beim barrierearmen Wohnen?+

Ja, wenn auch nur in geringem Umfang: In Ostdeutschland lebten 2023 rund 17,2 Prozent der 45- bis 90-Jährigen barrierearm, in Westdeutschland waren es 15,1 Prozent.

Leben Menschen mit gesundheitlichen Einschränkungen häufiger barrierearm?+

Etwas häufiger, aber nicht mehrheitlich: 19 Prozent der Menschen mit gesundheitlichen Einschränkungen lebten 2023 barrierearm, die übrigen 81 Prozent jedoch nicht.

Wohnen Mieterinnen und Mieter häufiger barrierearm als Eigentümerinnen und Eigentümer?+

Ja. Menschen mit Wohneigentum lebten nur etwa halb so oft barrierearm wie Mieterinnen und Mieter, unter anderem weil viele Eigenheime mehrstöckig gebaut sind.