Zuwanderung aus Asien

Asiatische Migranten in Deutschland: Indien, Vietnam, China

Rund drei Prozent aller Menschen mit Einwanderungsgeschichte in Deutschland stammen aus Indien, Vietnam oder China. Wer sind sie, wie leben sie — und welchen sozialen Herausforderungen begegnen sie?

Zahlen auf einen Blick

1,2 %
Anteil der Personen mit indischer Einwanderungsgeschichte an allen Menschen mit Migrationshintergrund in Deutschland
je 1 %
Anteil von Personen aus Vietnam und China an der Gruppe aller Eingewanderten
55 %
Nicht-deutsche wohnungslose Personen, die Diskriminierung aufgrund von Sprache, Name, Hautfarbe oder Herkunft erfahren
23,1 %
Anteil der Menschen mit Einwanderungsgeschichte an der deutschen Gesamtbevoelkerung (2021)
200 Euro
Durchschnittlich weniger monatliches Nettoeinkommen bei Migranten gegenueber Personen ohne Einwanderungsgeschichte

Wenn von Migration nach Deutschland die Rede ist, denken die meisten an Suedeuropa, die Tuerkei oder Osteuropa. Dabei gehoert Asien schon seit Jahrzehnten zu den wichtigen Herkunftsregionen. Menschen aus Indien, Vietnam und China bringen sehr unterschiedliche Migrationsgeschichten mit — und sie leben unter sehr unterschiedlichen sozialen Bedingungen. Wer genauer hinschaut, erkennt: Das Bild der asiatischen Migranten in Deutschland ist vielschichtiger, als pauschale Zuschreibungen es erlauben.

Asiatische Migranten in Deutschland: Wer kommt — und warum?

Unter allen Menschen mit Einwanderungsgeschichte in Deutschland stellen Personen aus Indien etwa 1,2 Prozent, Personen aus Vietnam und China jeweils rund ein Prozent. Das klingt nach kleinen Zahlen — ist es angesichts der rund 84 Millionen Einwohner Deutschlands aber nicht. Hinter jedem Prozentwert stehen Hunderttausende Menschen mit eigenen Lebensgeschichten.

Die Gruppen unterscheiden sich erheblich voneinander. Viele Eingewanderte aus Indien kommen im Rahmen der Fachkraeftezuwanderung — als IT-Spezialisten, Ingenieure oder Mediziner. Die vietnamesische Gemeinschaft hingegen hat ihre Wurzeln oft in den 1980er und 1990er Jahren, als Vertragsarbeiter in die damalige DDR kamen und viele nach der Wiedervereinigung blieben. Die chinesische Community setzt sich aus Studierenden, Unternehmerinnen und seit Laengem in Deutschland lebenden Familien zusammen.

Trotz aller Unterschiede teilen diese Gruppen eine Gemeinsamkeit: Sie gehoeren zu jenen Bevoelkerungsgruppen, die in der oeffentlichen Wahrnehmung und in der sozialpolitischen Debatte oft unsichtbar bleiben — weder laut praesentiert noch angemessen beachtet.

Kurzantwort: Personen aus Indien (1,2 %), Vietnam und China (je ca. 1 %) sind vergleichsweise kleine, aber relevante Gruppen unter den Eingewanderten in Deutschland. Ihre Migrationsgeschichten unterscheiden sich stark: Fachkraeftezuwanderung aus Indien, DDR-Vertragsarbeiter aus Vietnam, Studierende und Familien aus China.

Einkommensunterschiede: Wie gross ist der Abstand zur uebrigen Bevoelkerung?

Menschen mit Einwanderungsgeschichte verdienen in Deutschland im Durchschnitt rund 200 Euro weniger im Monat als Beschaeftigte ohne Migrationshintergrund — das mittlere Nettoeinkommen liegt bei etwa 1.800 Euro, waehrend es bei Nicht-Eingewanderten rund 2.000 Euro betraegt. Das ist ein statistischer Mittelwert und verdeckt grosse Spannbreiten.

Innerhalb der asiatischen Gruppen ist die Einkommensstreuung besonders weit. Hochqualifizierte aus Indien mit Anstellungen in der Tech-Branche koennen deutlich ueber dem Durchschnitt liegen. Vietnamesische Kleinstunternehmerinnen, die seit Jahrzehnten ein Restaurant betreiben, oder chinesische Studierende, die neben dem Studium arbeiten, bewegen sich dagegen oft an anderen Stellen der Einkommensskala. Armut und Wohlstand sind innerhalb dieser Gruppen keine einheitliche Erfahrung.

Was die Zahlen aber zeigen: Die Bevölkerung mit Einwanderungsgeschichte war in allen betrachteten Zeiträumen einem höheren Armutsrisiko ausgesetzt als Personen ohne Migrationshintergrund. Wer selbst eingewandert ist — also direkten Migrationshintergrund hat — trägt ein leicht höheres Risiko als jemand, dessen Eltern kamen, aber wer selbst schon in Deutschland geboren wurde. Dieser Unterschied zwischen erster und zweiter Generation ist bedeutsam: Er zeigt, dass soziale Integration über Generationen stattfindet, aber eben Zeit braucht.

Fakten-Box: Asiatische Migration und soziale Lage

Definition
Personen mit Einwanderungsgeschichte aus asiatischen Laendern wie Indien, Vietnam und China — entweder selbst eingewandert oder als Nachkommen Eingewanderter.
Bevoelkerungsanteil
Indien ca. 1,2 %, Vietnam und China je ca. 1 % aller Personen mit Einwanderungsgeschichte in Deutschland
Einkommenssituation
Durchschnittlich rund 200 Euro geringeres Nettoeinkommen gegenueber Beschaeftigten ohne Einwanderungsgeschichte
Armutsrisiko
Eingewanderte Personen tragen strukturell ein hoehere Armutsrisiko — besonders im Fall eigener Migrationserfahrung
Diskriminierung
Mehr als die Haelfte nicht-deutscher wohnungsloser Personen erlebt Diskriminierung aufgrund von Sprache, Name, Hautfarbe oder Herkunft
Haeufiges Missverstaendnis
Nicht alle Asiatinnen und Asiaten sind gut situiert. Das Bild des "erfolgreichen asiatischen Migranten" verdeckt reale Armutsrisiken in bestimmten Teilgruppen.
Kurzantwort: Menschen mit Einwanderungsgeschichte verdienen im Schnitt rund 200 Euro weniger pro Monat als Personen ohne Migrationsbiografie. Innerhalb asiatischer Gruppen sind die Einkommensunterschiede gross — von hochqualifizierten Fachkraeften bis hin zu Menschen in prekaeren Verhaeltnissen. Das Armutsrisiko ist fuer direkt Eingewanderte am hoechtsen.

Wohnungslosigkeit und Diskriminierung: Eine doppelte Belastung

Wohnungslosigkeit trifft in Deutschland alle Bevoelkerungsgruppen — aber nicht gleich stark. Fuer Menschen ohne deutschen Pass oder mit sichtbarem Migrationshintergrund kommen zur materiellen Not noch strukturelle Benachteiligungen hinzu. Ueber 55 Prozent der nicht-deutschen wohnungslosen Personen gaben an, Diskriminierung aufgrund von Sprache, Name, Hautfarbe oder Herkunftsland erfahren zu haben.

Mehr als ein Drittel berichtete von Ungleichbehandlung auf der Strasse oder in der Oeffentlichkeit. Rund ein Fuenftel erlebte Diskriminierung bei Aemtern und Behoerden. Und fast jeder fuenfte war bei der Wohnungssuche von Diskriminierung betroffen — einem besonders kritischen Moment, wenn es darum geht, wieder festen Boden unter die Fuesse zu bekommen.

Besonders Menschen, die sich als asiatisch identifizieren, machen — wie Studien zeigen — deutlich haeufiger Erfahrungen der Ungleichbehandlung als Personen, die sich als deutsch ohne Einwanderungsgeschichte beschreiben. Diese Diskriminierungserfahrungen sind nicht nur eine persoenliche Verletzung. Sie blockieren Zugaenge: zu Wohnungen, zu Beratungsangeboten, zu gesellschaftlicher Teilhabe. Wer bei der Wohnungssuche diskriminiert wird, bleibt laenger in prekaerem Umfeld — das erhoehte Armutsrisiko verstaerkt sich so selbst.

Fuer die gesellschaftliche Diskussion bedeutet das: Wer ueber Wohnungslosigkeit spricht, muss auch ueber Rassismus sprechen. Beides haengt enger zusammen, als es in Statistiken auf den ersten Blick erscheint.

Kurzantwort: Nicht-deutsche wohnungslose Personen sind zu mehr als der Haelfte von Diskriminierung betroffen — auf der Strasse, bei Behoerden und bei der Wohnungssuche. Menschen, die sich als asiatisch identifizieren, sind laut Forschungsberichten besonders haeufig betroffen. Diskriminierung verstaerkt Armutsrisiken strukturell.

Vollzeitarbeit, Erwerbsbeteiligung und der Gender-Unterschied

Ein haeufig uebersehener Aspekt der sozialen Lage von Migrantinnen und Migranten ist die Erwerbsbeteiligung — genauer: wer in Vollzeit arbeitet und wer nicht. Bei Personen ohne Einwanderungsgeschichte lagen rund 56 Prozent in Vollzeit erwerbtaetig; bei Personen mit Migrationsgeschichte waren es knapp 50 Prozent. Ein Unterschied von sechs Prozentpunkten — der sich, ueber alle Einkommen gerechnet, spuerbar auswirkt.

Noch deutlicher wird das Bild beim Blick auf Frauen. Waehrend Maenner mit Einwanderungsgeschichte mit rund 66 Prozent Vollzeitquote nicht allzu weit von Maennern ohne Migrationsbiografie entfernt sind (72 Prozent), zeigt sich bei Frauen eine groessere Luecke: 34 Prozent mit gegenueber 39 Prozent ohne Einwanderungsgeschichte arbeiteten Vollzeit.

Fuer bestimmte Herkunftsgruppen ist dieser Abstand noch groesser. Frauen aus den Nachfolgestaaten Jugoslawiens oder der Tuerkei arbeiten seltener in Vollzeit. Gefluechtete Frauen, die erst kuerzlich nach Deutschland kamen, sind oft gar nicht erwerbstaetig — bei knapp der Haelfte dieser Gruppe trifft das zu. Im Vergleich: Frauen ohne Einwanderungsgeschichte sind nur zu zehn Prozent nicht erwerbstaetig.

Was bedeutet das fuer asiatische Gruppen? Hier fehlen aufgeschluesselte Daten nach Herkunftsregion, doch der strukturelle Befund gilt allgemein: Frauen mit Einwanderungsgeschichte sind am Arbeitsmarkt schlechter positioniert. Wer weniger arbeitet — oft nicht freiwillig, sondern wegen fehlender Kinderbetreuung, Sprachbarrieren oder nicht anerkannter Abschluesse — hat weniger eigenes Einkommen und damit ein hoehere Abhaengigkeit und ein hoehere Armutsrisiko. Das Thema Working Poor betrifft dabei nicht nur Geringqualifizierte, sondern auch Qualifizierte, deren Abschluesse in Deutschland nicht anerkannt werden.

Kurzantwort: Personen mit Einwanderungsgeschichte arbeiten seltener in Vollzeit als Personen ohne — der Unterschied ist bei Frauen groesser als bei Maennern. Fehlende Kinderbetreuung, Sprachbarrieren und nicht anerkannte Abschluesse sind zentrale Ursachen. Das erhoehte Armutsrisiko trifft Frauen staerker.

Zweite Generation: Aufwaertsbeweging zwischen Anspruch und Wirklichkeit

Ein zentraler Befund der Migrationsforschung: Mit jeder Generation verbessert sich die soziale Lage — aber nicht automatisch und nicht fuer alle gleich. Die sogenannte zweite Generation, also Menschen, die in Deutschland aufgewachsen sind und deren Eltern eingewandert sind, hat durchschnittlich bessere Bildungsabschluesse als die erste Generation.

Das gilt auch fuer asiatische Herkunftsgruppen. Viele Kinder vietnamesischer Einwanderinnen und Einwanderer gehoeren zu den schulisch erfolgreichsten Gruppen in deutschen Statistiken. Das liegt an spezifischen Bildungsaspirationen, an der Bedeutung, die Bildung innerhalb dieser Familien hat — und daran, dass viele schon frueher in Deutschland sozialisiert wurden.

Doch dieses Bild darf nicht verklaeert werden. Bildungsarmut trifft auch Kinder eingewanderter asiatischer Familien — wenn die Eltern in prekaerem Umfeld leben, wenn Sprachfoerderung fehlt oder wenn der Schulweg durch beengte Wohnverhaeltnisse belastet wird. Der Aufstieg ist moeglich, aber er ist nicht garantiert. Er haengt von strukturellen Voraussetzungen ab, die der Staat mitgestaltet.

Immerhin zeigt die Einbuergerungsstatistik: Fast 96 Prozent der Nachkommen, bei denen beide Elternteile eingewandert sind, haben die deutsche Staatsangehörigkeit — ein Signal dafuer, dass rechtliche Integration fuer die zweite Generation weit vorangeschritten ist. Doch Staatsangehoerigkeit allein ist keine Garantie gegen soziale Ungleichheit.

Achtung vor Pauschalisierungen: Asiatische Migranten in Deutschland sind keine homogene Gruppe. IT-Fachkraft aus Bangalore, vietnamesischer Restaurantbetreiber in Frankfurt, chinesische Studentin in Muenchen — diese Menschen teilen eine geografische Herkunftsregion, aber kaum mehr. Armutsrisiken, Einkommen und soziale Lage variieren enorm.

Was tun — und was helfen kann

Fuer Menschen mit Einwanderungsgeschichte aus asiatischen Laendern, die in Deutschland finanzielle Schwierigkeiten haben oder Unterstuetzung suchen, gibt es konkrete Anlaufstellen. Die meisten Beratungsangebote sind unabhaengig von der Herkunft zugaenglich.

Grundsaetzlich gilt: Wer in Deutschland lebt und arbeitet — oder wessen Kinder hier geboren wurden — hat Anspruch auf staatliche Unterstuetzungsleistungen, wenn das Einkommen nicht ausreicht. Buergergeld und Grundsicherung sind keine Almosen, sondern Rechte. Manche Gruppen kennen diese Rechte nicht oder haben Beruehrungsaengste gegenueber deutschen Behoerden. Hier koennen Migrationsberatungsstellen helfen, die in vielen Staedten auch muttersprachliche Angebote vorhalten.

Wer Diskriminierung — etwa bei der Wohnungssuche oder bei Behoerden — erfahren hat, kann sich an die Antidiskriminierungsstelle des Bundes wenden. Die Beratung ist kostenlos und vertraulich. Auch kommunale Gleichstellungs- und Antidiskriminierungsbeauftragte sind Anlaufstellen.

Fuer Kinder und Jugendliche aus eingewanderten Familien, die in Deutschland aufwachsen, ist fruehzeitige Bildungsfoerderung entscheidend. Sprachfoerderung in der Kita und in der Grundschule, uebergangsbegleitende Hilfen beim Schulwechsel und gezielte Beratung bei Ausbildungsberufen sind Massnahmen, die Aufstiegschancen real erhoehen koennen.

Kurzantwort: Menschen mit asiatischer Einwanderungsgeschichte, die finanzielle Schwierigkeiten haben, koennen Buergergeld, Grundsicherung und Migrationsberatung in Anspruch nehmen. Bei Diskriminierung hilft die Antidiskriminierungsstelle des Bundes. Fruehere Bildungsfoerderung sichert langfristig Chancen der zweiten Generation.

Irrtumer und Missverstaendnisse: Was stimmt nicht am Bild der asiatischen Migranten?

Ein weit verbreitetes Bild in Deutschland stellt asiatische Migranten — insbesondere aus Indien, China oder Vietnam — als vergleichsweise erfolgreich, bildungsnah und wirtschaftlich stabil dar. An diesem Bild ist etwas Wahres: Im Schnitt sind die Bildungsabschluesse in diesen Gruppen hoeher als in anderen Einwanderergruppen, und bestimmte Berufssegmente — IT, Medizin, Gastronomie, Handel — sind sichtbar von Menschen aus diesen Regionen gepraeegt.

Doch das Bild ist unvollstaendig und kann schaeden. Es macht jene unsichtbar, die arm sind, die in Wohnungslosigkeit geraten, die keinen Zugang zu Beratung finden, die Diskriminierung erfahren und schweigen. Der Mythos des reibungslos erfolgreichen asiatischen Migranten verdeckt reale Notlagen und entlastet Staat und Gesellschaft von der Verantwortung, genauer hinzuschauen.

Ein weiteres Missverstaendnis: Einwanderungsgeschichte bedeutet automatisch ein Netzwerk und familiare Unterstuetzung. Das stimmt fuer manche — aber keineswegs fuer alle. Wer allein, weit weg von der Familie, in einer fremden Sprache lebt und in wirtschaftliche Not geraet, ist oft besonders verletzlich. Genau diese Personen fallen am ehesten durch die Raster der Hilfesysteme, die auf sichtbare Not ausgerichtet sind.

Schliesslich: Die Vorstellung, Migrantinnen und Migranten aus Asien brauchten keine gesellschaftliche Unterstuetzung, weil sie "sich selbst helfen", ist eine Form der Vernachlaessigung. Jeder Mensch, der in Deutschland lebt, hat ein Anrecht auf Teilhabe — und gesellschaftliche Offenheit ist keine Gnade, sondern ein Versprechen, das eingeloest werden muss.

Kurzantwort: Das Bild asiatischer Migranten als pauschal erfolgreich ist unvollstaendig. Es macht diejenigen unsichtbar, die arm sind, diskriminiert werden oder keinen Zugang zu Hilfsangeboten finden. Armut und Wohnungslosigkeit treffen auch diese Gruppen — und Hilfsbedarfe muessen ernst genommen werden.

Haeufige Fragen zu asiatischen Migranten in Deutschland

Wie viele Menschen aus Indien, Vietnam und China leben in Deutschland?

Personen mit indischer Einwanderungsgeschichte machen rund 1,2 Prozent aller Menschen mit Migrationshintergrund in Deutschland aus. Vietnam und China liegen jeweils bei etwa einem Prozent. Insgesamt sind das mehrere Hunderttausend Menschen — mit sehr unterschiedlichen Migrationsgruenden und sozialen Lagen.

Sind asiatische Migranten in Deutschland haeufiger von Armut betroffen?

Menschen mit Einwanderungsgeschichte tragen generell ein hoehere Armutsrisiko als Personen ohne. Das gilt auch fuer asiatische Gruppen, wenngleich das Bild differenziert werden muss: Hochqualifizierte Fachkraefte — etwa aus Indien — sind oft gut gestellt, waehrend andere Teilgruppen, zum Beispiel aeltere vietnamesische Kleinstunternehmer oder asiatische Gefluechtete, deutlich schwieriger Lebensumstaende haben koennen.

Erfahren Asiatinnen und Asiaten in Deutschland Diskriminierung?

Ja. Forschungsberichte zeigen, dass Menschen, die sich als asiatisch identifizieren, deutlich haeufiger Ungleichbehandlung erleben als Personen ohne Einwanderungsgeschichte. Besonders betroffen sind wohnungslose Nicht-Deutsche: Ueber 55 Prozent von ihnen berichten von Diskriminierung aufgrund von Sprache, Name, Hautfarbe oder Herkunft — unter anderem bei der Wohnungssuche und bei Behoerden.

Welche Hilfsangebote gibt es fuer asiatische Migranten in sozialen Notlagen?

Allgemeine Sozialleistungen wie Buergergeld und Grundsicherung stehen grundsaetzlich allen zu, die in Deutschland legal leben. Migrationsfachberatungsstellen — oft bei Caritas, Diakonie oder AWO — bieten kostenlose, teilweise muttersprachliche Beratung. Die Antidiskriminierungsstelle des Bundes ist die richtige Anlaufstelle bei Ungleichbehandlung.

Wie gut integriert ist die zweite Generation asiatischer Einwanderer in Deutschland?

Die zweite Generation — also Kinder eingewanderter Eltern, die selbst in Deutschland aufgewachsen sind — ist rechtlich weitgehend integriert: Fast 96 Prozent der Nachkommen, bei denen beide Elternteile eingewandert sind, besitzen die deutsche Staatsangehörigkeit. Bildungsergebnisse verbessern sich generationsuebergreifend. Dennoch bleiben strukturelle Nachteile bestehen, insbesondere wenn die Elterngeneration in prekaeren Verhaeltnissen lebt.